Reisebericht Irland - County Clare & Galway

Loop Head – Cliffs of Moher – Doolin Cave – Burren National Park - Caherconnell Stone Fort - Poulabrone Megalithic Tomb – Murroogh - Dunguaire Castle - Galway

Im County Clare bin ich eigentlich nur an der Küste entlang gefahren. Von der Loop Head Halbinsel rauf zu den Cliffs of Moher und bis nach Doolin, am nächsten Tag durch den Burren National Park und weiter nach Galway. Meine Eindrücke schildere ich euch am besten in den folgenden Punkten.

Bild: County Clare und Galway Karte
Bild: Loop Head Irland

Loop Head

Loop Head ist bis jetzt eine relativ unbekannte Sehenswürdigkeit Irlands. Man findet das Kap am Ende der R487 an der Mündung des Shannon. Wer von Süden kommt kann mit einer Autofähre von Tarbert aus an das Nordufer des Shannon übersetzten (18€ einfach für einen PKW, die Überfahrt dauert ca. 20 Minuten, der Umweg über Limerick fast zwei Stunden. Auf der Fähre gibt es WC`s und einen Kiosk mit Snacks und Kaffee).

Am Loop Head angekommen gibt es einen großen Parkplatz direkt vor dem Leuchtturm. Den Turm kann man für 5 € mit einer kleinen Führung besichtigen, der Zutritt zu den restlichen Gebäude mit Ausstellungsräumen ist frei (die Toiletten darf aber nur benutzen werd für den Leuchtturm zahlt!). Geöffnet ist tägl. von Ostern bis September von 10 – 18 Uhr. Vom Balkon des Leuchtturms aus hat man einen tollen Blick auf die Küste und die Halbinsel.

In den alten Räumlichkeiten erfährt man interessante Fakten und Geschichten rund um die Leuchtturmwärter die hier mit ihren Familien gewohnt und gearbeitet haben. Heute kann man dort übrigens

                                                                                                                                    übernachten! Muss man aber rechtzeitig buchen...

Folgt man dem Trampelpfad vom Parkplatz aus an der Küste entlang nach rechts gelangt man nach ein paar Minuten zu einem Felsentor dessen Fenster wirklich aussieht wie angezeichnet und ausgesägt. Je nach Wetter und Wind schlagen hier Meterhohe Wellen an die Felsen und bieten ein atemberaubendes Naturspektakel. Der Pfad ist nicht befestigt und hat kein Geländer, also aufpassen!


Bild: Cliffs of Moher

Cliffs of Moher

Ganz ehrlich? Vor den Cliffs of Moher hatte ich Angst... aber nicht vor der senkrecht ins Meer stürzenden 200 m hohen Klippe... sondern eher vor den Heerscharen von Touristen die es hierher zieht. Die Cliffs of Moher gelten als die meistbesuchte Sehenswürdigkeite des Landes, über eine Millionen Besucher pro Jahr kommen hier her. Von allen größeren und kleineren Städten werden Tagestouren zu den Klippen angeboten, sogar heiraten kann man hier! Meine Sorge war dass es einfach zu voll und überlaufen ist, aber ganz so schlimm war es bei mir nicht, man ist hier wirklich gut auf die vielen Leute vorbereitet.

Es gibt ein großes Visitor Center mit Kino, Restaurant, Cafe, freies Wlan, Souvenirshop, Geldautomat, Schließfächer, Toiletten, Ausstellungen (Flora, Fauna, Geologie... undsoweiter) und diverse Läden mit Kunsthandwerk und Krimskrams. Das alles ist aber versteckt in einen Hügel gebaut, so dass keine Gebäude den Blick versperren und gar nicht auffällt wie groß das hier alles ist. Der Parkplatz auf der anderen Straßenseite kostet 6 € (pro Person, nicht Auto!). Geht man anschließen zu den Klippen interessiert sich niemand mehr für die gekauften Tickets, also sind die Cliffs of Moher genau genommen kostenlos, nur für den Parkplatz muss man zahlen...

Das Visitor Center hat im Sommer tägl. von 9 - 21 Uhr geöffnet, im Winter kürzer. Zu den Klippen hat man aber immer freien Zugang, die Öffnungszeiten betreffen wirklich nur das Center. Wär auch zu Schade wenn man pünktlich zum Sonnenuntergang schließen würde.

Direkt beim Visitor Center gibt es mehrere Aussichtsplattformen an denen sich die meisten Leute sammeln. Direkt auf der Klippe trohnt der O`Brien`s Tower, der Eintritt für den Turm mit Dach-Terasse kostete 2 € extra. Von hier kann man die größte Surfwelle Irlands sehen!

Wer es etwas ruhiger mag kann ein paar Schritte auf dem Burren Way wandern, der direkt an den Klippen vorbei kommt. Links und rechts der Aussichtsplattformen geht es insgesamt 8 Km an den Steilklippen entlang. Je weiter man sich entfernt desto weniger Leute trifft man. Wandert man vom Besucherzentrum aus nach links die Klippen entlang (also Richtung Süden) kommt man nach ca. 1 ½ Stunden zu einem kleinem Steinturm, dem Moher Tower am Hag`s Head. Von hier kann man angeblich zum Fuss der Klippen absteigen.

Ich bin hier erst um ca. 19 Uhr angekommen, gerade richtig zum Fotografieren. Abends sind die Klippen in schönem Licht, da sie ja Richtung Westen liegen. Zunächst war es bewölkt, aber pünktlich zur goldene Stunde kam die Sonne unter den Wolken raus und ich durfte hier einen wunderbaren Sonnenuntergang erleben. Die späte Stunde hat auch den Vorteil, dass dann nicht mehr so viel los ist.

In der Nähe in Doolin gibt es übrigens einen Campingplatz auf dem auch ich übernachtet hab. Da es Freitag war hatte ich Sorge dass er wegen dem Wochenende voll sein könnte, aber das war kein Problem.


Bild: Doolin Cave
Pro Minute tropfen genau 86 Wassertropfen den Stalaktiten hinab, egal ob draußen die Sonnen scheint oder es in Strömen regnet.

Doolin Cave

Da ich ja nach dem Besuch bei den Cliffs of Moher in Doolin übernachtet hab dachte ich mir das ich am nächsten Tag gleich die Doolin Höhle besichtigen kann. Sie liegt mit dem Auto ca. 5 Minuten nördlich von Doolin an der R479, der Weg ist gut ausgeschildert.

Die Höhle gilt als die schönste Irlands, in ihr findet man mit 7,3 Metern Länge einen der größten Stalaktiten der Welt! Für 15 € kann man die Höhle mit einer geführten Tour besichtigen, diese dauert ca. 50 Minuten. Alle halbe Stunde startet eine Führung, im Sommer tägl. von 10 bis 17 Uhr, sonst kürzere Öffnungszeiten.

Am Anfang der Tour geht es erstmal viele viele Stufen nach unten bis man einen Schacht erreicht. Hier wird man mit einem Helm ausgestattet, den man auch wirklich braucht da die Decke sehr niedrig ist. Neben dem Schacht den man nun entlang läuft sieht man einen zweiten kleinen Schacht in dem auch permanent Wasser fließt. Durch diesen engen Schacht sind 1952 die beiden Entdecker der Höhle abgestiegen. Das war in jeder Hinsicht ein sehr gefährliches Unterfangen (oder einfach bescheuert), da die beiden Jungs natürlich niemandem etwas von ihrer kleinen Höhlenexpedition gesagt haben, geschweige denn die richtige Ausrüstung dabei gehabt hätten. Mitten in der Höhle haben die Beiden beschlossen ohne Licht im Dunkeln weiter zu kriechen um so Gas für den Rückweg zu sparen. Erst als sie gemerkt haben das der Schacht sich öffnet und sie in einem größeren Raum sind haben sie das Licht kurz angemacht, da standen sie direkt vor den riesigen Stalaktit! Hätte es während ihrer Tour angefangen zu regnen (Hallo, Irland und Regen??) wäre der enge Schacht übrigens innerhalb von 20 Minuten vollgelaufen und die beiden wären ertrunken. Aber hey, sie haben es ja wieder raus geschafft, sonst wüssten wir wohl heute nichts von der Doolin Cave. Die nächsten Jahre haben die beiden dann damit verbracht den großen Tunnel zu graben und die Höhle für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Diese und noch viel mehr spannende Infos rund um die Entdeckung der Höhle erfährt man während der Führung, die ich wirklich nur empfehlen kann. Solltet ihr in der Nähe sein lasst euch das nicht entgehen, ist auch eine super Beschäftigung falls es mal wieder regnet (keine Angst, der Schacht kann heute nicht mehr voll laufen). Festes Schuhwerk ist sinnvoll da es in der Höhle immer rutschig ist. Man sollte auch daran denken das man die vielen Stufen am Anfang der Tour ja am Ende wieder hochsteigen muss.

Am Parkplatz der Höhle gibt es ein kleines Besucherzentrum mit Cafe und Souvenirshop. Rund um die Höhle führt ein „Nature Trail“ mit Infos zu den typischen Pflanzen und Tieren Irlands. Hier kann man sich die Zeit vertreiben bis die Höhlentour losgeht. Die Töpferware die man im Souveniershop kaufen kann ist übrigens mit Lehm aus der Höhle gemacht! Und nicht wundern das da Ziegen auf dem Dach stehen, dass muss so sein...


Bild: Burren National Park Irland
Ein toller Blick auf den Golf von Galway vom Murroogh Aussichtspunkt

Burren National Park

Der Burren National Park ist bekannt für seine bizarren Kalkfelsformationen und zerklüftete Bergrücken. Das sonst so grüne Irland zeigt sich hier von seiner kargen und rauen Seite, man kommt sich vor wie in einer Mondlandschaft aus Felsen und Furchen. Riesige kahle Bergrücken schieben sich vom Landesinneren bis zum Meer, das ist wirklich ein faszinierender und ungewöhnlicher Anblick! Aber auch für Archäologie-Fans gibt es hier viel zu entdecken. Entlang der Straße R480 findet man z.B. alte Steingräber und Behausungen aus dem 10. Jahrhundert. Das Visitor Center des Burren National Park findet man in dem Städtchen Corrofin (tägl. 10 – 18 Uhr geöffnet), einen Campingplatz und Unterkünfte gibt es hier auch. Die „Panoramastraße“ des Parks ist die R480. Hier fährt man mitten durch die wunderschöne Landschaft und hat immer wieder tolle Ausblicke.

Für Wanderer gibt es den Burren Way, eine insgesamt 7-tägige Wanderung kreuz und quer durch den Nationalpark, auch an den Cliffs of Moher kommt man vorbei. Ein Karte des Wegs findet ihr unten in den Bildern und bei meinen → Karten.

Caherconnell Stone Fort

Das Caherconnel Stone Fort ist ein alter Hof aus dem 10. Jahrhundert. In der Ringwallanlage findet man heute die Überreste der alten Gebäude.

Es liegt an der R480 und ist gut ausgeschildert, den großen Parkplatz mit den Fahnen kann man nicht verfehlen. Heute findet man hier zunächst ein Besucherzentrum mit Restaurant, Cafe und einem Souveniershop. Der Eintritt in das Fort kostet 7 €, mehrmals am Tag gibt es zudem eine Vorführung mit Schäferhunden (die kostet 5 € extra). Geöffnet hat das Fort im Sommer tägl. 10 – 18 Uhr, das restliche Jahr schließt es früher.

Am Ticketschalter bekommt man ein kleines Booklet in dem das Fort und die zu findenden Ruinen erklärt werden, man kann aber auch Audioguides ausleihen. Hinter dem Visitor Center befindet sich in einem kleinen Haus ein Raum mit einer kurzen Videovorführung. In dem Ringwall sieht man heute zwar nicht viel außer ein paar Steine, aber mit etwas Vorstellungskraft und der Hilfe der Infotafeln (und der Zeichnung im Booklet) kann man erahnen wie es hier einmal ausgesehen hat.

Bild: Poulabrone Dolmen
Ein seltenes Bild: Der Poulabrone Dolmen ohne Touristen...

Poulabrone Megalithic Tomb

Der Poulabrone Dolmen ist ein Steingrab wie aus dem Bilderbuch. Direkt auf dem kargen Fels des Burren gebaut ragen die Steine seit der Jungsteinzeit in den Himmel. Auf Infotafeln findet man Erklärungen rund um das Grab und die Zeit aus der es stammt. Ein Foto ohne Menschen in bunten Jacken drauf ist aber gar nicht so leicht zu bekommen, da das Steingrab rundherum von Touristen belagert wird, Reisebusse halten hier inzwischen auch. Hat aber trotzdem ganz gut geklappt, man braucht nur etwas Geduld und den richtigen Winkel :) Es liegt direkt an der R480, nur ca. 1 Km nördlich des Caherconnel Stone Fort. Ein Parkplatz ist an der Straße, Toiletten gibt es keine. Der Eintritt ist kostenlos. Am Eingang sitzt ein netter Druide und verkauft keltischen Schmuck.

 

Aussichtspunkt Murroogh

Ganz im Nordwesten des Burren Nationalparks findet man das Kap namens Blackhead. Hier reichen die zerklüfteten Felsen direkt bis zum Meer und scheinen förmlich in die Bucht von Galway zu fließen. Von Ballyvaughan aus fährt man auf der R477 Richtung Nordwesten bis man den Parkplatz und Aussichtspunkt Murroogh erreicht. Hier kann man das Auto stehen lassen und und die Felslandschaft ein Stückchen zu Fuss erkunden. Am besten klettert man ein bisschen bergauf und genießt den herrlichen Anblick von oben. Als Fotograf kann man sich hier wirklich austoben. Die Furchen in den Felsen und aufgeschichtete Steinhäufchen geben tolle Motive und die Straße schlängelt sich malerisch durch die karge Landschaft.


Bild: Dunguaire Castle

Dunguaire Castle

Das Dunguaire Castle aus dem Jahr 1520 liegt direkt an der N67 bei dem Städtchen Kinvarra in der Bucht von Galway. Die Burg liegt liegt direkt an der Straße, man kann sie nicht verfehlen. Ein großer Parkplatz ist ca. 200m entfernt und ausgeschildert.

Für eine Führung war ich leider zu spät dran, die sind von April bis September täglich von 10 – 17 Uhr und kosten 6 €. Die Burg soll von Innen sehr gut erhalten und möbliert sein, so dass man einen guten Eindruck der damaligen Zeit bekommt. Hier finden übrigens regelmäßig mittelalterliche Bankette statt an denen man teilnehmen kann!

Aber auch von außen fand ich sie schön anzuschaun. Muss ich halt beim nächsten Mal früher dran sein...


Bild: Galway
Im Zentrum von Galway findet man unzählige Pubs und Restaurants

Galway

In Galway bin ich erst recht spät am Abend angekommen und wollte hier die letzte Nacht verbringen bevor ich am nächsten Tag meinen Camper wieder abgeben musste. Der Campingplatz liegt etwas außerhalb in Salthill (im Zentrum gibt es keinen), aber mit dem Bus bin ich Abends noch in die Stadt gefahren (zum Eyre Square, der liegt mitten im Stadtzentrum).

Samstag Abend war hier echt viel los, da rund 2/3 der Einwohner Studenten sind! Entsprechen gestaltet sich hier auch das Nachtleben! Die Straßen waren voll mit jungen Leuten, die Restaurents und Pubs waren bis auf den letzten Platz besetzt, überall wurde getrunken und gefeiert, ein wirklich tolle Stimmung! Straßenmusiker gibt es natürlich auch an jeder Ecke, besonders eindrucksvoll war eine Gruppe Mädels die mit ihren Trommeln richtig Stimmung gemacht haben. Ja, in Irland kann man viel Geld loswerden wenn man jedem Straßenmusiker den man gut findet was gibt...


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