Reisebericht Irland - County Kerry

Killarney – Ross Castle – Muckross House & Muckross Abbey – Torc waterfall – meeting of the waters – Ladies view – Ring of Kerry – Rossbeigh beach – Inch beach – Dingle – Connor Pass - Tralee

Wenn man als Tourist in Irland ist fährt man mit ziemlicher Sicherheit auch ins County Kerry, hier sind einfach zu viele Attraktionen um sie sich entgehen zu lassen. Die meisten zieht es wohl nach Killarney und um den Ring of Kerry, und ich muss sagen zurecht! Ja da sind viele Touristen, ja da wird es auch manchmal voll und ja das ist manchmal nervig... aber es ist halt auch wirklich verdammt schön da! Ich selbst hab zwei Tage im Killarney National Park verbracht, hätte aber noch länger bleiben können, da es hier wirklich viel zu sehen, entdecken und erwandern gibt. Vom Ring of Kerry hab ich nur den Rossbeigh Beach im Norden besucht, für die ganze Runde hat mir leider die Zeit gefehlt, da ich unbedingt noch zu den Cliffs of Moher weiter im Norden Irlands wollte. Auf dem Weg Richtung Norden hab ich dann aber doch noch einen sehr lohnenswerten Abstecher auf die Dingle Halbinsel gemacht.

Bild: County Kerry Karte
Bild: Killarney Irland
Im Zentrum von Killarney findet man viele schöne Geschäfte

Killarney (Stadt)

Da es bei meiner Ankunft in Killarney so geschüttet hat hab ich erst beschlossen mir das Städtchen etwas anzuschaun und etwas zu bummeln. Wenn man über die N71 von Süden aus in die Stadt fährt kann man nach dem ersten Kreisverkehr links abbiegen und folgt einfach dem Mäuerchen auf der linken Seite bis man zu einem großen Parkplatz (rechts) kommt. Dort hab ich das Auto stehen lassen und bin zu Fuss in die Stadt, da man hier schon direkt im Zentrum ist. Das große Gebäude am Parkplatz mit der grünen Verkleidung ist die Touri-Info, hier findet man alles über Wanderungen, Sehenswürdigkeiten und geführte Touren rund um den Killarney National Park.

Die Stadt an sich ist nicht allzu groß, im Zentrum gibt es viele Geschäfte, Restaurants, Pubs und Cafes. Die wirklichen Sehenswürdigkeiten wie Ross Castle und Muckross House finden sich aber außerhalb. Man kann entweder mit dem Auto hinfahren oder eine der unzähligen Pferdekutschen nutzen die vom Zentrum aus alle Sehenswürdigkeiten abfahren.


Bild: Killarney National Park
Der Blick auf die Seen von Killarney vom Aussichtspunkt Ladies View an der N71

Killarney Nationalpark

Der Killarney National Park liegt im Südwesten Irlands, nur ein paar Minuten von dem kleinen Städtchen Killarney entfernt. Er umschließt den Lough Leane und den Muckross Lake und ist Teil des Ring of Kerry. Man erreicht ihn über die N72 und N22, von Süden kommt noch die N71. Der Nationalpark ist wohl eine der Hauptattraktionen Irlands, entsprechend viel ist hier los bzw. wird geboten. Die Hauptsehenswürdigkeiten sind Ross Castle, Muckross House & Abbey, der Torc Waterfall, Meeting of the waters und der Aussichtspunkt Ladies View. In der Nähe gibt es noch die Gap of Dunloe, das Blackvalley, den Ring of Kerry und mit 1041m den höchsten Berg Irlands, den Carrantuohill.

Unten findet ihr die Sehenswürdigkeiten die ich besucht hab, gerne hätte ich aber noch viel mehr Zeit hier verbracht. Die Gap of Dunloe hätte ich wahnsinnig gerne gesehen, aber irgendwie war mir das dann zu kompliziert. Man kann ja mit dem Auto hochfahren, aber ich glaub mit den Unmengen von Kutschen und Wanderern wird man da nicht glücklich mit. Es gibt Tourenangebote mit Bootsfahrt und Bus zurück nach Killarney, aber da ist man zeitlich so festgelegt, da wird man als Fotograf nicht glücklich mit. Außerdem war das Wetter nicht das beste und so muss ich mir die Gap of Dunloe wohl für das nächste Mal vornehmen. In meinen Karten und Links findet ihr aber Infos zu diesen Touren und auch einem Shuttle-Service.

Ladies View

Ladies View ist ein wirklich toller Aussichtspunkt an der N71 Richtung Kenmare. Von Killarney aus schlängelt sich die enge Straße immer weiter den Berg hinauf bis sich auf der rechten Seite die Bäume lichten und den Blick auf die Seen und Berge des Nationalparks freigeben. Parkbuchten sind direkt an der Straße, gegenüber ist ein Souvenir-Shop mit Cafe und Toiletten. Es lohnt sich auf jeden Fall hier hoch zu fahren, wer auf dem Ring of Kerry unterwegs ist kommt hier aber sowieso vorbei.

Bild: Ross Castle Killarney
Ross Castle ist besser erhalten als es auf den ersten Blick aussieht!

Ross Castle

Das Ross Castle ist eine alte Burg aus dem 15. Jahrhundert die vom O'Donoghues Clan erbaut wurde. Von außen sieht die Burg aus als wäre sie nur noch eine Ruine, doch man kann die intakten und möblierten Haupträume mit einer Führung für 4 € besichtigen (man kommt nur mit einer Führung rein, tägl. 9.30 – 17.45 Uhr). Ich fand die Besichtigung sehr interessant, man lernt viel über die Verteidigung einer Burg und warum sie so gebaut wurden wie sie nunmal gebaut wurden. Man erfährt auch einiges über die Geschichte Irlands und die verschiedenen irischen Clans im Mittelalter.

Ross Castle liegt nur ca. 5 Minuten mit dem Auto von Killaney entfernt am Ufer des Lough Leane. Man fährt vom Zentrum aus ein kurzes Stück auf der N71 Richtung Süden und dann bei einer Amber-Tankstelle rechts. Von da aus dann immer gerade aus (bzw. den Pferdekutschen nach) bis zum Parkplatz am Ende der Straße. Die Burg kann man von hier aus schon sehen.

Es gibt auch wirklich schöne Spazierwege über die kleine Halbinsel auf der Ross Castle liegt, sie starten direkt hinter der Burg und sind ausgeschildert. Es gibt z.B. den Copper Mine Trail der zu den Überresten alter Kupferminen am Ufer des Lough Leane führt. Oder man läuft zu den Aussichtspunkten Library Point und Govener`s Rock. Oder man kombiniert einfach alles so wie ich, man läuft für die große Runde ca. 1 ½ Stunden mit einigen Fotostops. Der Weg ist wirklich idyllisch, man läuft durch dschungelartige Wälder mit riesigen alten Bäumen und durch sumpfige Moorlandschaften, alles auf einer kleinen Halbinsel. Zwischendurch hat man immer wieder tolle Aussichten auf den See und die Berge dahinter. Am Bootssteg vor der Burg kann man übrigens Ruderboote ausleihen um z.B. auf die Insel Inishfallen zu rudern, dort findet man die Ruinen eines alten Klosters. Es fahren aber auch Ausflugsboote von Ross Castle dorthin (Infos findet ihr in meinen Links).

Bild: Muckross House Killarney
Rund um Muckross House findet man bunte blühende Gärten

Muckross House & Muckross Abbey

Muckross House ist ein schönes altes Herrenhaus aus der Mitte des 19. Jahrhunderts direkt am Ufer des Muckross Lake. Von Killarney aus folgt man der N71 ca. 10 Minuten Richtung Süden bis man rechts einen Abzweig zum Muckross House erreicht. Der ist gut ausgeschildert, man kann ihn wirklich nicht verfehlen. Die kleine Straße führt zu einem großen kostenlosen Parkplatz, ein kurzer Fussweg führt von hier ist das Muckross House, man kann aber von hier aus auch zu Fuss zum Torc Wasserfall laufen, oder eine Kutsche nehmen. Direkt am Parkplatz ist auch ein kleines Visitor Center mit Restaurent, Cafe, Toiletten und einem Souvenierladen.

Der Eintritt in die Gärten und Parks rund um das Herrenhaus ist kostenlos, in das Haus kommt man nur mit einer einstündigen Führung für 9 €. Ich hab die Führung nicht gemacht weil das Wetter gerade einfach viel zu gut war und bin stattdessen durch die Gärten und das Arboretum spaziert. Das Arboretum liegt im hinteren Teil des Parks und ist eine Art „Baumsammlung“... also ein Wald... ist aber ganz schön zum durchlaufen. Der Park und die Gärten sind schön gestaltet und gepflegt, man hat immer wieder tolle Blicke auf den See.

 

Ganz in der Nähe gibt es noch die Ruinen der Muckross Abbey, einer alten Franziskaner - Abtei aus dem 14. Jahrhundert. Von Muckross House läuft man ca. 15 Minuten hierher, es gibt aber auch einen kleinen ausgeschilderten Parkplatz an der N71. Die Abbey kostet keinen Eintritt, man kann sich frei in allen Räumen bewegen und sogar bis nach oben in einen alten Turm laufen. Gerade für Fotobegeisterte gibt es tolle Motive. Hier ist auch nicht ganz so viel los wie anderswo im Killarney National Park, man kommt zur Ruhe und kann die tolle Atmosphäre genießen.

Bild: Torc Wasserfall Killarney
Am Fuss des Torc Wasserfalls

Torc Wasserfall

Der Torc Wasserfall liegt am Südufer des Muckross Lake an der N71, ca. 10 Minuten von Killarney. Es gibt einen kleinen Parkplatz an der Straße, der aber oft voll ist. Fährt man ein kurzes Stück weiter kommt aber nochmal einer. Vom ersten Parkplatz führt ein kurzer Fussweg zum Wasserfall, es gibt öffentliche Toiletten.

Den ganzen Urlaub hab ich bis hierher noch keinen einzigen Fotografen gesehen... und hier an diesem kleinen Wasserfall drücken sie sich dann bei strömenden Regen die Klinke in die Hand und kämpfen auf den glitschigen Felsen um die besten Plätze zum Fotografieren... mindestens 10 Leute mit Stativen, ND-Filtern und schlechter Laune wegen dem Wetter... naja, Killarney halt. Ich hab dann erstmal kurz gewartet bis der Regen nachlässt und hab dann Fotos gemacht.

Von hier aus starten drei verschiedene gekennzeichnete Rundwege mit unterschiedlichen Längen und Schwierigkeitsgraden. Der gelbe Weg ist der kürzeste, man läuft ca. 40 Minuten. Er führt noch ein Stück weiter bergauf bis zu einer kleinen Brücke an der man nochmal ein paar schöne kleine Kaskaden sieht. Der blaue Weg ist im Prinzip der gleiche wie der gelbe nur etwas länger (60 Minuten), man geht ein Stück weiter am Fluss entlang. Von beiden Wegen hat man immer wieder schöne Aussicht auf den Muckross Lake. An der Brücke treffen sie sich wieder, durch einen schönen Wald geht es wieder bergab. Man kommt bei dem zweiten Parkplatz raus. Der rote Weg ist der längste und anstrengendste (2 ½ Stunden), er läuft an der Bergflanke des Torc Mountain entlang und soll tolle Ausblicke über den See und die Umgebung bieten. Ich bin nur den kleinen gelben Weg gelaufen, da es wieder angefangen hat stärker zu regnen.

Bild: Meeting of the waters Killarney
Ein kleiner Pfad durch den Wald führt zu dieser alten Steinbrücke

Meeting of the waters

Als Meeting of the water bezeichnet man eine Stelle zwischen Muckross Lake und Upper Lake an der

sich wie gesagt die Gewässer „treffen“ bzw. mit einader verbunden sind. An der N71 ist ein kleiner Parkplatz von dem aus man über einen gut ausgebauten Weg ca. 20 Minuten zu Fuss bis zum Dinis Cottage läuft. In dem kleinen Häuschen gibt es Cafe und einen kleinen Imbiss, hinter dem Haus sind Toiletten. Von hier hat man einen tollen Blick auf eine kleine windschiefe Steinbrücke. Man erreicht die Brücke über einen kleinen

Weg der kurz vor dem Cottage links in den Wald abbiegt. Über Holzplanken folgt man ihm bis man bei der Steinbrücke Mitten im Nirgendwo steht. Sie ist ein wirklich schönes Motiv, aber keine Ahnung warum sie gerade hier steht und was für einen Sinn sie hat oder hatte, der Weg verläuft sich kurz hinter der Brücke.

Vom Cottage aus kann man noch ca. 15 Minuten weiterlaufen und kommt zu einer Brücke zwischen dem Muckross Lake und dem Lough Leane. Von hier hat man einen schönen Blick auf beide Seen und die Berge. Wer den Muckross Lake ganz umrunden will braucht zu Fuss ca. 2 – 3 Stunden, man kann sich aber auch Fahrräder ausleihen

(z.B. bei Muckross House oder in Killarney).


Bild: Rossbeigh Beach Irland
Rossbeigh Beach an der Nordküste des Ring of Kerry bei dem kleinen Ort Glenbeigh

Ring of Kerry

Der Ring of Kerry ist Irland wie aus dem Bilderbuch. 180 Km grüne Wiesen, Steinmäuerchen, Schafe und Küste soweit das Auge reicht. Die N70 führt von Killarney über Kenmare nach Sneem, Waterville, Cahersiveen und über die Nordseite zurück nach Killarney. Ob man jetzt mit oder gegen den Uhrzeigersinn fährt ist jedem selbst überlassen. Nur Busse und Wohnmobile müssen gegen den Uhrzeigersinn fahren, da die Straße teilweise so eng ist dass sie sich nicht ausweichen könnten. Fährt man jetzt auch gegen den Uhrzeigersinn kann es sein das man Ewigkeiten hinter einem Bus herfahren muss, fährt man im Uhrzeigersinn muss man eben diesen immer wieder ausweichen. Da muss jeder selbst entscheiden was einem lieber ist.

Ich bin den Ring of Kerry aus zeitlichen Gründen nicht komplett gefahren, ich hatte nicht mehr viel Zeit und wollte mich nicht abhetzten, sondern jeden Kilometer genießen! Außerdem war die Wettervorhersage für den Ring of Kerry nicht wirklich gut, also hab ich beschlossen wieder zu kommen und bin dem guten Wetter hinterher gefahren. Was ich jedoch unbedingt sehen wollte war der Rossbeigh Beach, das war kein großer Umweg und ich konnte dort auch auf dem Campingplatz in Glenbeigh übernachten.

 

Rossbeigh Beach

Der Rossbeigh Beach liegt am nördlichen Teil des Ring of Kerry auf einer schmalen Landzunge bei dem Örtchen Glenbeigh. Der Strand ist von der N70 (Ring of Kerry) aus beschildert. Am Strand gibt es einen großen Parkplatz , den kann man nicht verfehlen. In dem kleinen niedrigen Häuschen ganz vorne gibt es öffentliche Toiletten und im Sommer wohl auch einen Imbiss oder ein Cafe, als ich hier war hatte aber alles schon geschlossen. Aber der Strand ist wirklich wunderschön, man kann kilometerlang im Sand laufen, angeblich gibt es hier auch Überreste eines altes Holzschiffs, aber die hab ich leider nicht gefunden. Das wäre eine tolles Foto-Motiv gewesen, aber vielleicht ist es durch die Gezeiten ja inzwischen verfallen oder begraben. Aber auch so gibt es tolle Motive, z.B. die alten Holzpfosten direkt am Anfang des Strandes. Als ich angekommen bin wurden sie nur etwas von den Wellen umspült, perfekt um eine tolle Langzeitbelichtung zu machen! Aber die Flut kam so schnell rein dass ich mich wirklich beeilen musste, zudem hat der starke Wind vom Meer her das Wasser zusätzlich schneller steigen lassen. Wenn eine größere Welle kam musste ich die Beine in die Hand nehmen und mich samt Kamera am Stativ auf die Felsen retten. Doch die letzte Welle hat es dann geschafft, patschnass bis zum Knie, Sand in den Wanderschuhen und vor allem im Stativ... schön wie das knirscht... aber wie an jedem Strand gibt es auch hier Duschen so dass ich es ein bisschen ausspülen konnte.

Ein Reitstall an der Straße zum Rossbeigh Beach bietet übrigens Ausritte am Strand entlang an!

 

(Skellig Ring)

Den Skellig Ring hatte ich mir vor der Abreise notiert, falls ich den Ring of Kerry fahre wollte ich unbedingt auch diesen Abstecher machen. Es ist sozusagen ein Ring im Ring. Fährt man im Uhrzeigersinn biegt man kurz hinter Waterville links ab auf die R567 und nach ein paar Kilometern wieder links auf die R566 in Richtung Ballinskelligs / Skellig Ring. Ca. 2 Kilometer vor Portmagee ist links an der Straße ein kleines gelbes Haus, das Blasket View Bed & Breakfast. Dort zahlt man 3 € fürs Parken und geht 10 Minuten zu Fuss Richtung Küste zu einem traumhaften Aussichtspunkt auf die Cliffs of Kerry. Leider war ich selbst ja nicht dort, ist nur so ein kleiner Geheimtipp am Rande.

Den Skellig Ring darf man übrigens nur im Uhrzeigersinn fahren! Busse und größere Autos sind auf dieser Strecke sogar ganz verboten, da es stellenweise wirklich eng wird und man sich nicht ausweichen könnte. Aber so ist hier natürlich auch deutlich weniger los als auf dem Ring of Kerry!


Bild: Dingle Irland
Blick auf die Dingle Halbinsel vom Wasser aus

Dingle Halbinsel

Vom Killarney National Park und dem Ring of Kerry hat ja bestimmt jeder Irland-Tourist schon mal gehört. Die Dingle Halbinsel ist jedoch den Meisten im Vorhinein noch unbekannt oder wird auf Reiserouten oft ausgelassen um „schönere“ Sehenswürdigkeiten anzusteuern. Das ist aber wirklich ein Fehler, ich fand die Halbinsel wunderschön, vielleicht gerade weil ich keine großen Erwartungen hatte und hier auch nicht so viel los ist. Ein erstes Highlight war der Inch Beach an der Südküste. Von hier ging es weiter nach Dingle und über den Connor Pass zur Nordküste und weiter nach Tralee. Die Slea-Head-Runde von Dingle bis an den westlichsten Punkt der Halbinsel hab ich ausgelassen, da es schon recht spät war. Aber gerade diese Runde soll landschaftlich auch besonders schön sein.

Bild: Inch Beach Irland
Wind gibt es hier zum Kytesurfen ja wirklich genug, aber die Wassertemperatur...

Inch Beach

Der Inch Beach liegt ganz am Anfang der Dingle Halbinsel an der R561. Man kann die riesige Landzunge aus gelbem Sand nicht wirklich verfehlen. Fährt man von der R561 runter kommt man direkt an den großen kostenlosen Parkplatz. Dort gibt es ein Restaurant, öffentliche Toiletten und Surf-Schulen! Hier finden sich Windsurfer, „normale“ Surfer und auch Kite Surfer. Neben Leuten im dicken Neopren sieht man aber auch Einheimische die sich im September im Bikini in den gefühlt 10° kalten Atlantik stürzen... und Spass dabei haben. Ich hab hier dick eingepackt und mit Wollmütze einen kleinen Strand-Spaziergang gemacht... naja, jedem das seine. Der Strand ist auf jeden Fall einen Stop Wert, allein schon um den ganzen Surfern zu zusehen.

Bild: Dingle Irland
Blick vom Anleger am Hafen auf die bunten Häuschen am Ufer von Dingle

Dingle

Das kleine Städtchen Dingle liegt am Ende der N86 in einer malerischen Bucht am Ende der Halbinsel. Parkplätze findet man genügend am Meer entlang. Mit den schönen bunten Häusern entlang des Hafens ist Dingle wirklich einen Stop Wert, bekannt ist der Ort aber hauptsächlich durch den Delphin Fungie.

Fungie ist ein wilder Delphin der seit den 80er Jahren in dieser Bucht lebt und oft gesehen wird. Am Hafen gibt es diverse Bootstouren hinaus in die Bucht um ihn zu sehen, angeblich bekommt man ihn 100%ig zu Gesicht. Angesteckt von dem ganzen Delphin-Hype hab ich mich dann auch zu einer Tour überreden lassen. Für 16 € fährt man ca. eine Stunde lang durch die Bucht und ein Stückchen an der Küste entlang, ich dachte mir selbst wenn der Delphin nicht auftaucht war ich wenigstens auf einem Boot und hab die Küste mal von einer anderen Perspektive gesehen. Am Anfang hat es etwas gedauert, aber nachdem ein kleines Boot in der Bucht aufgetaucht ist war auf einmal auch der Delphin da. Er schien sehr auf das kleine Boot fixiert, ich denke weil er von dort auf oft gefüttert wird. Einmal entdeckt wird Fungie dann von 4 – 5 kleinen Ausflugsbooten eingekreist, damit jeder ihn mal sehen kann. So recht weiß ich nicht was ich davon halten soll. Einerseits ist er ja frei und kann jederzeit davon schwimmen wenn er keine Lust auf den ganzen Rummel hat, andererseits tat er mir auch irgendwie leid weil jeden Tag so eine Jagd auf ihn gemacht wird... Vom Hafen aus kann man aber auch mit dem Kajak in die Bucht hinaus paddeln. Es gibt Touren für Anfänger und Fortgeschrittene, Infos dazu findet ihr in meinen Links.

Von Dingle aus sieht man auf der anderen Seite der Bucht einen Steinturm (Eask Tower) auf einem Hügel stehen. Von dort oben hat man eine schöne Sicht auf die gesamte Bucht und die Küste rund um Dingle.

Bild: Connor Pass Irland
Blick über ein paar Seen von einem Parkplatz ein kleines Stück unterhalb der Passhöhe aus

Connor Pass

Wenn ihr auf der dieser Halbinsel seit fahrt unbedingt hoch auf den Connor Pass! Er startet bei Dingle und führt über die Berge zur Nordküste, von hier kommt man dann weiter nach Tralee. Ganz oben gibt es einen Parkplatz mit toller Aussicht auf beide Seiten der Halbinsel. Wer will kann von hier aus den Bergrücken auch ein bisschen zu Fuss erkunden, ein Trampelpfad führt am Zaun entlang.

Bis hier oben ist die Straße super zu fahren, obwohl unten schon auf großen Schildern davor gewarnt wird das große Autos und Wohnmobile besser umdrehen sollen. Aber ab hier wird es dann richtig eng und kurvig, aber toll, was für eine Aussicht! Auf dem Weg nach unten kann man nochmal an einen kleinen Wasserfall anhalten. Folgt man dem Wasserlauf nach oben kommt man zu einem malerischen kleinen Bergsee mit Blick auf das ganze Tal!

Als ich hier oben auf dem Pass stand war ein spektakuläres Wetter, die Wolken waren zum greifen nah und der Wind hat sie so schnell über den Bergkamm geweht, dass man bis auf sein Heulen fast nichts mehr gehört hat. Ich hab ja zugegeben eine kleine Schwäche für Bergpässe jenseits der Baumgrenze, aber die lässt man in Irland wirklich schnell hinter sich.


Tralee

Tralee ist die Hauptstadt des County Kerry am Ende der Dingle Halbinsel. Bekannt ist die Stadt unter anderem für ihre hohe Dichte an Pubs (angeblich 80 Stück bei nicht mal 24.000 Einwohnern). Ich selbst war hier nur für eine Nacht auf dem Woodlands Campingplatz. Abends bin ich ein bisschen durch das Zentrum spaziert. Der Rose Walk im Tralee Town Park ist recht schön. Dort findet man auch das Kerry County Museum, das aber leider schon zu hatte.


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