Reisebericht Irland - County Waterford & Cork

Mahon Falls – Cork – Drombeg Stone Circle – Mizen Head – Ring of Beara

Vom County Waterford hab ich eigentlich nicht viel gesehen, nur die Mahon Falls wollte ich mir nicht entgehen lassen, kein Wasserfall ist vor mir sicher... In Tramore (südlich von Waterford) hab ich einen Nacht verbracht, dort gab es am Pier gerade eine Art Kirmes und an dem Abend sogar ein großes Feuerwerk... im Regen... aber trotzdem schön. Im County Cork war ich etwas länger, von Cork aus bin ich hauptsächlich an der Küste entlang gefahren. Hier, genauer gesagt in Kinsale, beginnt der berühmte Wild Atlantic Way, der sich von hier ca. 2500 Km an der irischen Westküste entlang schlängelt.

Bild: County Waterford und Cork Karte
Bild: Mahon Falls Irland
Der Weg zu den Mahon Falls

Mahon Falls

Die Mahon Falls liegen am Ende einen schönen Tal in den Monavullagh Mountains. Sie sind einfach zu erreichen, da sie ab der N25 ausgeschildert sind. Von der Abzweigung fährt man ca. 15 Minuten zum Wasserfall. Und trotz der kurzen Strecke kommt man sich vor wie in einem anderen Land. Da es bergauf geht lässt man die Baumgrenze bald hinter sich und befindet sich auf einer windigen Hochebene. Am Ende des Tales ist ein Parkplatz an der Straße, ein Fussweg führt von hier in ca. 15 Minuten zum Fuss des Wasserfalls. Der Weg bis hierhin ist nicht anstrengend, es geht geradeaus (man muss nur Unmengen von Schafkacke ausweichen...). Man kann dem Wasserlauf aber auch noch weiter nach oben folgen, dabei muss man aber über größere und kleinere Steine klettern. Kleine Trampelpfade nach oben sieht man auf beiden Seiten des Wassers.

Zum Fotografieren ist es Vormittags oder am frühen Nachmittag am besten, Abends hat man eher Gegenlicht. Toiletten gibt es am Parkplatz nicht, nur eine Infotafel auf der der Weg zum Wasserfall beschrieben ist. Fährt man die Straße am Parkplatz

weiter kommt man wieder zurück auf die N25.


Bild: St. Fin Barre`s Cathedral Cork
Blick auf die St. Fin Barre`s Cathedral von der kleinen Fussgängerbrücke aus

Cork

Eigentlich war das Wetter an diesem Tag recht schön und sonnig, aber genau in dem Moment als das Auto geparkt war hat es angefangen zu schütten, aber schon wie! also erstmal was gegessen und 20 Minuten später war wieder schönster Sonnenschein und T-Shirt-Temperaturen, hmm, Irland halt...

Man kann mit dem Auto problemlos bis ins Zentrum von Cork fahren, Parkhäuser sind gut ausgeschildert, oder man findet mit etwas Glück einen freien Parkplatz an der Straße. Da sollte man aber auf jeden Fall die Parkschilder beachten, die sind teilweise echt verwirren, wann man wo und wie lange parken darf... Ich hab einen Parkplatz in der South Mall Street gefunden, direkt im Zentrum in der Nähe der Touri-Info. Die ist an der Ecke South Mall und Grand Parade, dort gibt es wirklich jede Menge Infomaterial zu Ausflügen, Touren, Camping, Wanderungen und natürlich einen Stadtplan.

Wenn man von hier aus den Fluss entlang schaut sieht man nicht weit entfernt eine schöne Steinbrücke und dahinter eine alte Kirche mit spitzen Türmen. Zusammen mit den Häusern am Ufer ist das wirklich ein schönes Motiv. Die Kirche die man sieht ist die St. Fin Barre`s Cathedral. Je näher man kommt desto größer und imposanter wird die Kathedrale aus dem 19. Jahrhundert. Geöffnet ist sie tägl. 9.30 – 17.30 Uhr (Sonntags 12.30 - 17 Uhr), der Eintritt kostet 5 €. Ich persönlich fand die Kirche von Außen fast noch schöner als von Innen, sehenswert ist sie auf jeden Fall.

Von hier aus bin ich dann über die Washington Street wieder zurück Richtung Zentrum gelaufen. Das Stadtzentrum konzentriert sich rund um die Oliver Plunkett Street und die St. Patrick Street. Hier gibt es jede Menge Geschäfte (Shopping!), Cafes, Restaurants und Pubs. Hier kann man sich wirklich ein bisschen Zeit nehmen um zu Schlendern und Genießen. Auch entlang des River Lee kann man schön spazieren und einige schöne Fotomotive finden.

Anschließend bin ich weiter nach Süden Richtung Küste gefahren um auf den Wild Atlantic Way zu kommen.


Bild: Drombeg Stone Circle
Klettert man einen kleinen Hang nach oben hat man diesen tollen Blick

Drombeg Stone Circle

Der Drombeg Stone Circle war wieder ein spontaner Stop. Ich hab das Schild an der Straße R597 zwischen Kinsale und Skibbereen gesehen und bin abgebogen. Die Abzweigung ist kurz nach Ross Carbery, man folgt einfach der Beschilderung bis zu einem kleinen Parkplatz rechts an der Straße. Von dort geht man noch ein kurzes Stück zu Fuss (nur ein paar Minuten). Man findet hier aber nicht nur einen Steinkreis, sondern ein ganzen Areal mit Ausgrabungen, darunter auch die Reste alter Wohnhäuser. Auf Infotafeln findet man interessante Fakten zu den Ruinen, z.B. sieht man in einem der Häuser ein kleines Wasserbecken. Es wird vermutet das in diesem Becken gekocht wurde. Dazu wurden im Feuer erhitzte Steine ins Wasser gelegt um es so zum Kochen zu bringen. Bei Versuchen hat das innerhalb von 20 Minuten geklappt! Wusste ich auch noch nicht, wieder was gelernt...

Ich bin erst kurz nach Sonnenuntergang hier angekommen und war ganz alleine, was hier tagsüber los ist kann ich leider nicht sagen, das Areal scheint wohl jederzeit frei zugänglich zu sein. Da der Steinkreis auf einer kleinen Anhöhe liegt hat man einen tollen Blick über grüne Felder bis zum Meer. Toiletten gibt es hier keine, aber ganz in der Nähe wenn man die R597 noch ein Stück weiter fährt ist ein Campingplatz. Ich bin aber noch weiter gefahren bis nach Skibbereen, da ich am nächsten Tag möglichst früh bei Mizen Head sein wollte.


Bild: Mizen Head
Von einem der Aussichtspunkte hat man einen tollen Blick auf die Signalstation

Mizen Head

Mizen Head ist eine Signalstation ganz am Ende der gleichnamigen Halbinsel am südwestlichste Punkt Irlands. Bekannt ist die Signalstation durch die spektakulären Klippen und eine abenteuerliche Brücke.

Man erreicht Mizen Head über die R591 Richtung Crookhaven. Kurz vor Crookhaven am Ende der Bucht bei einem Campingplatz ist rechts die Abzweigung zur Signalstation, ist aber auch ausgeschildert. Ab hier ist die Straße etwas enger, aber unproblematisch zu fahren. Am Ende gibt es einen großen Parkplatz von dem aus man aber noch nicht viel sieht, um zu den schönen Klippen und der Brücke zu kommen muss man im Visitor Center am Parkplatz 6 € Eintritt bezahlen. Die lohnen sich aber wirklich! Im großen Center am Parkplatz gibt es ein kleines Restaurant, einen Souvenirshop, Toiletten und eine Ausstellung über Bau und Geschichte der Signalstation und der ganzen Gegend. Von hier führen dann mehrere gut befestigte Wege zu verschiedenen Aussichtspunkten. Direkt gegenüber dem Ausgang des Visitor Centers führt z.B. ein Weg steil bergab zu einem Aussichtpunkt mit Blick auf ein Felsentor. Folgt man dem Weg vor zur eigentlichen Signalstation kommt man zur Mizen Bridge, einer Metallbrücke 45 Meter über dem Meer. Biegt man nach der Brücke rechts ab kann man einen atemberaubenden Blick auf die Steilklippen und zerklüfteten Felsen entlang der Küste werfen. In dem Gebäude ganz vorne am Ende der Landzunge kann man heute die Wohnräume der früheren Leuchtturmwärter besichtigen, die alle originalgetreu eingerichtet sind. Zudem gibt es eine Ausstellung über die Tierwelt an der Küste.

Einen halben Tag kann man hier locker verbringen wenn man in Ruhe zu allen Aussichtspunkten gehen möchte und sich die Ausstellungen ansieht. Öffnungszeiten sind im Sommer tägl. 10 -18 Uhr, im Winter kürzer. Als Fotografin finde ich natürlich schade dass man die Klippen nie bei Sonnenuntergang zu Gesicht bekommt, da sie ja außerhalb der Öffnungszeiten nicht zugänglich sind. Mit etwas Glück kann man tagsüber aber Wale, Robben oder Delfine vor der Küste beobachten. Kurz vor Mizen Head liegt an der Straße übrigens ein wünderschöner Sandstrand in einer Bucht, ganannt Barleycove, Parkplätze gibt es an der Straße. Bei Toormore gibt es auch einen Aussichtspunkt an der Küste, sogar mit einem kleinen Dolmen.


Bild: Ring of Beara
Am Kap des Ring of Beara fährt eine kleine Seilbahn nach Dursey Island.

Ring of Beara (Seilbahn Dursey Island, Uragh Stone Circle, Lough Cloonee)

Der Ring of Beara gilt ja gegenüber dem Ring of Kerry als richtiger Geheimtip, mit mindestens genau so schöner Landschaft aber weniger Touristen. Genau beurteilen kann ich das nicht, da ich den Ring of Kerry nicht gefahren bin, aber ich kann sagen das der Ring of Beara auf jeden Fall einen Abstecher Wert ist. Natürlich sind aber auch hier viele Urlauber unterwegs, geheim ist hier nichts mehr :)

Ob man den Ring jetzt im Uhrzeigersinn fährt oder entgegen ist egal, da er für Reisebusse und größere Fahrzeuge gesperrt ist. Ich bin ihn im Uhrzeigersinn von Glengarriff nach Kenmare gefahren. In dieser Richtung ist die Straße bis zum Ende der Halbinsel eigentlich relativ breit und gut, nur zwischen Allihies und Cahirkeem ist die Straße wirklich wirklich wirklich eng, steil und kurvig, da muss man halt langsam fahren und vor allem auf die Schafe und Wanderer aufpassen!

Entlang der Straße finden sich immer wieder schöne Aussichtspunkte und Strände, leider war bei mir das Wetter nicht besonders gut, die Wolken waren ziemlich tief und es hat immer wieder stark geregnet. Den Healy Pass wäre ich gerne raufgefahren,

                                                                                                                                           aber der war leider mitten in den Regenwolken.

Dafür kam gerade als ich bei der Seilbahn nach Dursey Island angekommen bin ein wenig die Sonne raus! Diese liegt ganz am Ende des Ring of Beara, die Abzweigung Richtung Dursey Island ist beschildert. An der Seilbahn gibt es einen kostenlosen Parkplatz, Toiletten findet man im Seilbahn-Häuschen. Bei einem Imbiss-Wagen kann man sich wirklich leckere Fisch & Chips (lecker aber riesen Portion, reicht für zwei) und andere Sachen kaufen. Die Seilbahn fährt ab 2016 tägl. von 9.30 – 20 Uhr (Juni bis September), einmal hin und zurück kostet 8 €. Schafe und andere Transporte für die Inselbewohner haben aber immer Vorfahrt, da die Seilbahn ja der Einzige Weg nach drüben ist. Es kann aber auch gerne mal passieren das die Bahn gar nicht fährt, da was repariert werden muss oder Seilbahn-Mensch einfach keine Lust hat zu arbeiten :) Da es bei mir schon recht spät war hab ich keine Überfahrt mehr gemacht, für eine Rundwanderung auf Dursey Island hätte ich keine Zeit mehr gehabt.

Ein wirklich wunderschönes Highlight am Ring of Beara war für mich zum Schluss noch der Uragh Stone Circle an den Cloonee Lakes im Norden der Halbinsel. Kurz hinter Tuosist beim Beara Camping ist rechts eine ausgeschilderte Abzweigung zum Uragh Stone Circle. Die Straße ist recht klein und wirkt wie ein Weg ins Nirgendwo, folgt aber trotzdem immer den Schildern zum Stone Circle bis zu einem Metallgatter (ca. 20 Minten ab der R571). Neben dem Gatter steht ein handgeschriebenes Schild das man nun Privatgrund betritt und bitte 2 € pro Person beim Parkplatz in einen kleinen Holzkasten werfen möchte. Der kleine Parkplatz ist kurz hinter dem Gatter, das sollte man nach dem Durchfahren natürlich unbedingt wieder schließen! Vom Parkplatz aus geht ein kleiner Trampelpfad den Hügel hoch hinter dem sich der Steinkreis befindet. Dieser liegt wirklich wunderschön an einem See, im Hintergrund sieht man Berge und sogar einen Wasserfall. Aber fast noch schöner fand ich den Blick in die andere Richtung bei Sonnenuntergang über die Cloonee Lakes. Noch schöner hätte ich gefunden wenn ich beim dem Anblick nicht komplett von kleinen fiesen Mücken gefressen worden wäre... Aber trotzdem ist der Abstecher hierher wirklich lohnend, viele Touristen kommen hier glaub ich nicht vorbei, bei Sonnenuntergang war ich ganz alleine hier. Vom Parkplatz aus geht die kleine Schotterstraße übrigens noch weiter den Berg hinauf. Man kann ihr mit dem Auto noch bis zu einem Schafpferch folgen und es hier parken. Auf einem weiteren Schild wird erklärt das man hier noch weitere Ruinen eines historischen Dorfes und einen zweiten Steinkreis sehen kann. Zu Fuss geht man von hier weiter bergauf, an der Straße stehen Schilder, Trampelpfade führen zu den weiteren Sehenswürdigkeiten. Nach der ersten Kurve findet man rechts im Wald die Überreste eines alten Hauses das ich mir noch angesehen hab. Das Dach fehlt schon komplett und die Wände waren mit Moss und Efeu bewachsen. Hier war es aber schon so dunkel, das ich danach umgekehrt bin. Im Dunkeln ist es ja noch gruseliger irgendwelchen hingekritzelten Schildern mitten im Nirgendwo auf dem Grund fremder Leute zu folgen als sowieso schon. Wieder beim Auto musste ich erstmal eine komplette Schafherde aufscheuchen, die sich zu Schlafen rund um meinem Camper niedergelegt hat... die haben ganz schön komisch geschaut als ich plötzlich im Dunkeln aus dem Wald gelaufen kam.


Weiter lesen...