Reisebericht Irland - County Wicklow & Wexford

Wicklow Mountains National Park - Sally`s Gap - Glenmacnass Wasserfall - Glendalough - Ferns - JFK Memorial Park - Slieve Coillte - Hook Lighthouse

Die Counties Wicklow und Wexford liegen an der Ostküste Irlands direkt unterhalb von Dublin. Wicklow ist bekannt für den Wicklow Mountains National Park, in dem sich am Wochenende aber halb Dublin vom Großstadttrubel entspannt. Durch das County Wexford verläuft der sog. Heritage Trail. Entlang dieser Route gibt es viel zu sehen, z.B. Burgen, Schlösser, Kirchen, Leuchttürme, Gärten und vieles mehr. Direkt nachdem ich meinen Camper abgeholt hab bin ich an Dublin vorbei Richtung Süden in die Wicklow Mountains gefahren. Mein eigentliches Ziel war Killarney im Südwesten Irlands, aber bis dahin wollte ich mich einfach treiben lassen und anhalten wo es mir gefällt.

Bild: County Wicklow & Wexford Karte

Wicklow Mountain National Park


Bild: Sally Gap Irland
Die Stelle an der sich die R115 und die R759 kreuzen.

Sally`s Gap

An Sally`s Gap bin ich nur durch Zufall vorbei gekommen. Eigentlich wollte ich auf der N81 von Dublin aus Richtung Süden fahren als ich am Straßenrand das Schild zu einem Aussichtspunkt gesehen hab. Also einmal scharf links abgebogen (geht ja gut bei Linksverkehr...) und auf die R759 Richtung Berge. Die Straße wird auf dem Weg nach oben immer schmaler, aber das ist kein Problem, da hier nicht wirklich viel los ist. Nur auf die freilaufenden Schafe sollte man achten! Die Baumgrenze hat man bald hinter sich (die ist in Irland aber auch nicht wirklich hoch) und es breitet sich eine windgepeitschte Graslandschaft vor einem aus. Den schönsten Ausblick hat man von ganz oben an einer kleinen Kreuzung (R115). Einen Parkplatz gibt es hier leider nicht, man muss das Auto kurz am Straßenrand stehen lassen um Fotos zu machen und die atemberaubende Aussicht zu genießen und sich den Wind um die Ohren wehen zu lassen. So ein freies Gefühl und so ein weiter Blick direkt nachdem man die Großstadt hinter sich gelassen, wirklich toll! Von der Straße aus und gerade auch mit der Straße gibt es hier ein paar tolle Fotomotive, ich rate euch aber davon ab von der Straße runter zu gehen! Zum einen trampelt man die schönen Pflanzen und Blumen

                                                                                                                kaputt, zum Anderen ist es auch echt sumpfig und nass.

Anschließend bin ich von der Kreuzung aus auf der R115 weiter nach Süden gefahren, Richtung Glendalough. Auf dem Weg kommt man noch am Glenmacnass Wasserfall vorbei. Er ist ausgeschildert und an der Straße ist ein großer Parkplatz. Hinter dem Parkplatz hört man schon einen kleinen Bach, dem man über einen Trampelpfad ein kurzes Stück zum Wasserfall folgt. Aber man sieht den Wasserfall hier nicht von unten, sondern von oben! Also erstmal gar nicht... Der Landbesitzer auf dessen Grund der Glenmacnass liegt hat rund um den Wasserfall alles mit Zäunen abgesperrt und Schilder mit „Betreten verboten“ (also natürlich auf englisch) aufgestellt. Vielleicht weil schon mal was passiert ist... oder er nicht will dass man sein Grundstück betritt... Man sieht also von hier oben nicht sooo viel vom Wasserfall und kommt leider auch nicht wirklich nah ran (außer man ignoriert die Schilder). Wer dem Wasserfall von unten sehen will muss zu Fuss an der Straße entlang laufen, da man unten nicht wirklich parken kann.

BIld: Glendalough Irland

Glendalough

Glendalough ist ein Ort und ein Tal im Wicklow Mountains National Park mit zwei schönen Seen und den Ruinen eines alten Klosters. Der Weg hierher ist in der Umgebung gut ausgeschildert. Ein großer kostenloser Parkplatz ist beim Visitor Center, ein weiterer direkt am Upper Lake, dort gibt es auch einen Imbiss und Toiletten.

Ich hab meinen Camper beim Visitor Center stehen lassen, da es einen schönen Fussweg zum Upper Lake gibt und die Klosterruinen direkt hinter dem Visitor Center liegen. Das Center selbst kostet 4 € Eintritt und hat tägl. von 9.30 – 18 Uhr geöffnet, die Toiletten sind kostenlos zugänglich. Das Geld für den Eintritt hab ich mir gespart, da ich direkt zu den Ruinen wollte (es hat grad nicht geregnet, das muss man ausnutzen!). Der kurze Weg dorthin ist ausgeschildert, er führt Richtung Lower Lake und biegt dann rechts ab. Man kann gar nicht dran vorbei laufen, da man den Rundturm schon von weitem sieht.

Die Ruinen sind frei zugänglich und kosten keinen Eintritt. Es stehen überall Infotafeln die erklären was es mit den alten Gebäuden auf sich hat (natürlich auf Englisch). Den Rundturm kann man leider nicht von Innen besichtigen. Er wurde übrigens gebaut um die Reliquien des alten Klostern darin vor Überfällen zu schützen. Ich fand es wirklich schön zwischen den alten Gebäuden und Grabsteinen zu schlendern. Überall wachsen wilde Brombeeren und umwuchern die alten Grabsteine, es gibt viele Details zu entdecken.

Anschließen bin ich den grün markierten Weg weiter zum Upper Lake gelaufen. Man geht am Lower Lake vorbei durch einen dichten grünen Wald mit großen alten Bäumen und vielen Farnen. Am Upper Lake gibt es nochmal ein kleines Info-Häuschen. Von hier aus starten diverse Wanderwege rund um den See, an den Bergen entlang und zum Poulanass Wasserfall. Bei den Fotos unten seht ihr eine Karte auf der die Wege verzeichnet sind. Da es bei mir schon recht spät war bin ich den grünen Weg zurück zum Visitor Center gelaufen (Rundweg). Auf der anderen Seite des Lower Lake entlang führt er über Holzstege durch einen sumpfigen verwunschenen Märchenwald.

Gerne wäre ich am nächsten Tag noch den weiß markierten Weg gewandert, da der wirklich schön sein soll und vom Berghang aus tolle Ausblicke auf den Upper Lake bietet. Leider gibt es in Glendalough weit und breit keinen Campingplatz, erst in 24 Km Entfernung in Redcross konnte ich übernachten. Und da war es mir einfach zu weit um zurück zu fahren. Und wer jetzt denkt dann bleib ich halt einfach auf dem PArkplatz stehen: die schließen Abends um 20 Uhr, für die die danach noch drauf sind wird’s teuer!


Bild: Ferns Kirche

Ferns

In Ferns bin ich auf meinem Weg nach Süden zufällig gestrandet, da mir die alte Kirche direkt am Ortseingang so gut gefallen hat dass ich angehalten habe.

Neben der Kirche befindet sich ein schöner Friedhof mit alten Grabsteinen und die Ruine der St. Mary’s Augustinian Abbey aus dem Jahr 1158. Über einen Zaun auf der anderen Seite der Kirche gelangt man über eine Kuhweide zu der Ruine und kann diese auch kostenlos besichtigen.

Die heutige St. Edan’s Cathedral stammt ursprünglich aus dem Jahr 1575, ihr heutiges Aussehen erhielt sie aber 1817, als sie nach mehrmaliger Zerstörung wieder aufgebaut wurde. Parken kann man direkt vor der Kirche an der Straße neben der Bushaltestelle. Hier hab ich das Auto dann auch stehen lassen um mir den Rest des Dörfchens anzuschauen. Ferns liegt direkt an der N11, so dass man auf dem Weg Richtung Südwesten fast nicht dran vorbei kommt. Im Mittelalter war Ferns sogar die Hauptstadt der Könige von Leinster und Nachfahren dieser Linie treffen sich noch heute alle 2 Jahre hier um zu feiern!

Damals im 13. Jahrhundert entstand auch das Ferns castle, das ehemalige Königsschloss, das heute aber nur noch eine Ruine ist. Besichtigen kann man diese aber trotzdem, tägl. von Mai bis September 10 – 17 Uhr. In den letzten erhaltenen Turm kommt man nur mit einer Führung, diese ist aber kostenlos! Und vom Dach des Turms hat man einen fantastischen Blick auf Ferns und die Umgebung. Gegenüber der Burgruine ist ein kleines Visitor Center in dem sich eine kleine Ausstellung, ein Cafe und Toiletten befinden, hier bekommt man auch Infos wann die Führungen starten. Von der Kirche aus läuft man entlang der Hauptstraße in den Ort und dann beim Kreisel geradeaus weiter zur Burg. Nach dem Kreisel kann man sie schon auf der linken Seite hinter den Häuser sehen, ist nicht weit zu laufen.


Aussichtspunkt auf dem Slieve Coillte

Auf dem Weg von Ferns Richtung Südwesten wollte ich noch irgendwo einen Stop einlegen. In meinem Straßenatlas war südlich von New Ross ein Aussichtspunkt eingezeichnet, beim JFK Memorial Forest Park. Aussichtspunkt klingt immer gut, also nichts wie hin. Von New Ross aus fährt man am besten auf die R733 und folgt dieser bis das JFK Arboretum ausgeschildert ist. Die Straße hoch zum Aussichtspunkt startet schräg hinter der Einfahrt zum Arboretum, ein kleines (wirklich kleines) blaues Schild steht an der Straße und zeigt Richtung Slieve Coillte Viewpoint (so heißt der Hügel). Ich bin erstmal dran vorbei gefahren und hab den Hügel dann nochmal komplett umrundet auf der Suche nach der Abzweigung... Hat man sie aber gefunden fährt man noch ca. 3 Km nach ganz oben bis zu einem Parkplatz am Ende der Straße. Von hier geht noch ein kurzer Weg zum eigentlichen Gipfel (ist aber nicht weit oder steil). Von dort hat man einen tollen 360° Blick auf die hügelige Landschaft mit ihren grünen Feldern. Toiletten gibt es hier oben nicht. Das Gestrüpp am Parkplatz ist dafür ungeeignet, zu dicht und stachelig, eigene Erfahrung... Das Arboretum ist übrigens eine Parkanlage zu Ehren von John F. Kennedy, dessen Urgroßvater hier in der Nähe geboren wurde.


Bild: Hook Lighthouse

Hook Lighthouse

Das Hook Lighthouse liegt auf einer Landzunge ganz im Südwesten des County Wexford und ist am besten über die R734 ab New Ross zu erreichen (ist gut ausgeschildert). Es ist der älteste noch in Betrieb stehende Leuchtturm der Welt und wurde im 13. Jahrhundert gebaut. Das Ding ist über 800 Jahre alt!! Von außen sieht man dem Leuchtturm das Alter gar nicht an, aber von innen ist er mit den dicken Steinwänden und dem Kreuzgewölbe wie der Turm einer alten Burg. Ins Innere kommt man aber nur mit einer Führung (tägl. von 9.30 bis 17 Uhr, im Sommer bis 18 Uhr) für 6 €, das ist es aber wirklich Wert. Es gibt viele Erklärungen und man erfährt viel über die Geschichte des Hook Lighthouse und generell über Leuchttürme. Und man kommt oben auf die Plattform und kann die schöne Aussicht aufs Meer und die Küste genießen. Und den Wind... juhu.

Rund um den Leuchtturm gibt es aber auch viel zu entdecken, es gibt ein Cafe, einen Souvenir-Shop, eine Picknick-Area, ein Visitor Center, Ausstellungsräume, einen Spielplatz und natürlich Toiletten. Alles ohne Eintritt zugänglich, auch der große Parkplatz kostet nichts. Zudem gibt es überall auf dem Gelände freies WiFi. An der Felsküste kann man in beide Richtungen entlang spazieren, da gibt es einige schöne Fotomotive. Man kann das Auto auch außerhalb des Parkplatzes am Meer stehen lassen und dort auch mit einem Camper übernachten, nur Sanitäranlagen gibt es keine. Der nächste Campingplatz wäre in Fethard, ca. 10 Km entfernt.

Ganz in der Nähe des Leuchtturms gibt es übrigens das Anwesen Irlands in dem es am meisten spuken soll, Loftus Hall. Es liegt direkt an der Straße zum Leuchtturm, nur ca. 4 Km von diesem entfernt. Man kann es mit einer Führung besichtigen, für die ich leider zu spät dran war. Einen gespenstischen Eindruck macht es aber auch schon von Außen.


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