Reisebericht Irland - Die Hauptstadt Dublin

Die Sehenswürdigkeiten in der irischen Hauptstadt, mit dem Hop-On-Hop-Off-Bus trocken durch Dublin.

Für Dublin selbst hatte ich leider nicht so viel Zeit, da ich bei diesem Urlaub eher die wunderschönen irischen Landschaften sehen wollte als Zeit in den Städten zu verbringen. Für die Hauptstadt waren deshalb nur 1 ½ Tage eingeplant, wobei ich gestehen muss, dass ich einen Tag davon nur mit Shoppen vertrödelt hab... nach zwei Wochen im Camper sehnt man sich halt wieder nach trockenen Klamotten... und die Schaufenster haben wirklich so schön ausgesehen... Die restliche Zeit hab ich dann genutzt um mit einem Touri-Doppeldecker durch die Stadt zu fahren und bei den schönsten Sehenswürdigkeiten (oder bei denen mit gutem Wetter) auszusteigen. Eigentlich kann man das Zentrum von Dublin sehr gut zu Fuss erkunden, aber bei mir hat es den ganzen Tag so geschüttet, das ich doch den Bus bevorzugt hab. Besichtigt habe ich das Trinity College samt Bibliothek und Book of Kells, die Christchurch Cathedral, sowie das Viertel Temple Bar.

Bild: Stadtplan Dublin
Die Innenstadt von Dublin unterteilt in verschiedene Bereiche
Bild: Trinity College Dublin
Im Innenhof des Trinity College

Nach einem wunderbaren Shopping-Vormittag bin ich bin oben hin voll mit Endorphinen erst gegen Mittag in den Sightseeing-Bus gestiegen. Kaum das ich im Bus war hat es wieder angefangen in strömen zu Regnen. So hab ich beschlossen nur ein kurzes Stück zu Fahren und den Regenschauer in der Bibliothek des Trinity College abzuwarten.

Das Trinity College findet man direkt neben dem beliebten Viertel Temple Bar, der Eingang zu dem Gelände liegt in der College Street. Gegründet wurde es von Queen Elisabeth I. im Jahr 1592 und auch heute wird hier noch studiert und gelehrt. Dementsprechend findet man hier natürlich viele Studenten, aber auch viele Touristen, die wohl hauptsächlich auf Grund der riesigen Bibliothek hierher kommen. Diese beherbergt rund 4,5 Millionen Bücher, die in einer langen und komplett mit Holz ausgekleideten Halle untergebracht sind. Die uralten Bücher stapeln sich hier in riesigen Regalen bis unter die meterhohe Decke, ein wirklich beeindruckender Anblick! Interessant ist vor allem das die Bücher hier nicht nach Titel oder Autor sortiert sind, sondern nach Größe! Die größten Bücher stehen unten in den Regalen, nach oben hin werden sie immer kleiner. Das macht es aber nicht wirklich einfach ein bestimmtes Buch zu finden...

Im Anschluss an die große Halle kann man noch das Book of Kells besichtigen. Hierbei handelt es sich um ein Buch aus dem Jahre 800 n. Chr. Es gilt als Nationalheiligtum Irlands und ist seit 2011 Weltdokumenterbe. Das Besondere an diesem Buch ist aber nicht nur sein Alter, sondern vor allem sie aufwendigen und detailreichen Verzierungen und Malereien darin. Das Buch wird aufgeschlagen ausgestellt, so das man die Buchmalereien bewundern kann, regelmäßig wird eine Seite des Buchs umgeblättert. Der Eintritt für die Bibliothek und das Book of Kells zahlt man hier 13 €, geöffnet ist täglich von 9.30 bis 17 Uhr.

Bild: Dublin Castle
Der Record Tower aus dem 13. Jahrhundert ist der älteste Teil des Dublin Castle.

Als das Wetter danach zum Glück etwas besser war bin ich ein Stück zu Fuss bis zum mittelalterlichen Stadtteil Dublins rund um den Christchurch Place gelaufen. Auf dem Weg dorthin bin ich am Dublin Castle vorbeigekommen. Heutzutage wird das Schloss für offizielle Anlässe und Empfänge genutzt, einen Teil der Innenräume können besichtigt werden. Aber mit der ursprünglichen Burg aus dem 13. Jahrhundert haben diese nicht mehr viel zu tun. Von außen ist der mittelalterlichen Charakter aber noch gut zu sehen, vor allem der Rundturm mit den Zinnen und die danebenliegende gotische Kapelle lassen erahnen wie die Burg früher einmal ausgesehen hat. Hinter dem Dublin Castle befinden sich noch die alten Gärten der Burg, diese sind frei zugänglich und auf jeden Fall einen kleinen Spaziergang Wert.

Von hier aus bin ich anschließend Richtung Christchurch gelaufen, um diese zu besichtigen. Sie stammt aus dem Jahre 1172 und ist im frühgotischen Stil erbaut. Am Eingang zahlt man 6 € Eintritt, für 4 € mehr kann man sich auch einer Führung anschließen. Das Innere ist hmm... ja wie so eine Kirche halt von innen aussieht... interessanter fand ich da die alte Krypta mit ihren dunkles und verwinkelten Gängen, nur der Souvenirshop und das Cafe trüben den Gruselspaß etwas... Hier unten werden verschiedene Skulpturen und Schätze der Kathedrale ausgestellt, außerdem findet man die mumifizierten Überreste einer Katze und einer Ratte die 1860 in der Orgel gefunden wurden.

Bild: Dublin Irland

Als ich die Kirche nach der Besichtigung wieder verlassen hab bot sich mir ein seltenes Schauspiel... die Sonne war da... allerdings umrahmt von dunklen und regenschweren Gewitterwolken. Ich beschloss die Patrick Street bis zur St. Patrick`s Cathedral runterzulaufen. Auf dem Weg dorthin hab ich mir aber noch bei Leo Burdock in der Werburgh Street Fish & Chips geholt. Das ist angeblich das älteste Fish & Chips Lokal in Dublin, mit vielen Fotos von Prominenten Besuchern. Sitzplätze gibt es hier aber keine, man kann das Essen nur mitnehmen. Gegessen hab ich dann im nahegelegenen St. Patrick`s Park neben der Kathedrale, wobei ich mich dabei ziemlich beeilen musste, da schon wieder der nächste Regenschauer im Anmarsch war. Die St. Patrick`s Cathedral hab ich nicht besucht, da sie auch wieder 6 € Eintritt gekostet hätte und ich nach zwei Wochen Irland einfach keine Lust mehr auf Kirchen hatte...

So hab ich mich wieder in den Bus gesetzt und bin die Sightseeing-Runde gefahren. Vorbei an der Guinness Brauerei (kann man natürlich besichtigen) bis rauf in den Phoenix Park und zurück in die Innenstadt. Das Kilmainham Gaol Gefängnis hätte ich mit auch noch gerne angeschaut, aber da war ich zu spät dran, die letzte Führung

                                                                                                              beginnt schon um 17 Uhr.

Bild: Dublin Straßenmusiker Temple Bar
In Temple Bar gibt es Straßenmusiker an jeder Ecke, und die sind richtig gut, da wird man viel Kleingeld los...

Nach der Busrunde bin ich kurz zurück ins Hostel um etwas zu trocknen, danach wollte ich noch nach Temple Bar, der berühmt berüchtigten Ausgehmeile Dublins. Neben diversen Pubs, Restaurants, Bars und Kneipen findet man hier auch an mindestens jeder Ecke einen Straßenmusiker, und die sind hier in Irland wirklich gut, dann kann man viel Kleingeld loswerden. Von der Athmosphäre her fand ich Temple Bar recht schön, wobei mir Galway irgendwie besser gefallen hat. Ich fand es einfach authentischer, da nicht nur Touristen unterwegs waren, sondern eher Einheimische.

Meine letzte Nacht in Irland habe ich anschließend am Flughafen verbracht. Mein Rückflug ging schon um 7 Uhr morgens, da hätte sich eine Nacht im Hostel finde ich nicht mehr gelohnt und so konnte ich noch etwas Geld sparen. Ich war aber natürlich nicht die einzige mit dieser Idee, die besten Plätze unter der Rolltreppe waren schon durch ein paar Backpacker belegt, die es sich mit ihren Isomatten und Schlafsäcken gemütlich gemacht haben. Ich hab mir in einem Cafe zwei Sessel geschnappt und so zusammen geschoben das ich mehr oder weniger liegen konnte. Mit der Jacke über dem Kopf konnte ich so tatsächlich etwas schlafen bis morgens mein Flug ging.


Weiter lesen...