Reisebericht Madeira - beliebte Sehenswürdigkeiten auf der Blumeninsel

Porto Moniz Natural Lava Pools - Véu da Noiva Wasserfall - alte Nordküstenstraße - Lavahöhlen von São Vicente & Vulkan-Zentrum - Curral das Freiras & Eiro do Serrado - Cabo Girão - Zuckerrohrfabrik Calheta - Farol da Ponta do Pargo

Obwohl Madeira nur eine relativ kleine Insel ist gibt es doch viele verschiedene Sehenswürdigkeiten zu entdecken. Tropische Gärten, Lavahöhlen, Wasserfälle und diverse Aussichtsplattformen sind nur ein paar Punkte auf der To-Do-Liste.

Bild: Karte Madeira Sehenswürdigkeiten
Bild: Porto Moniz Lavapools

Porto Moniz - Natural Lava Pools

Porto Moniz ist ein kleines und zumindest im Winter etwas verschlafenes Küsten - Dörfchen im Nordwesten Madeiras. Bekannt ist es für seine natürlichen Lavapools. Das sind Becken die durch die Gezeiten mit Meerwasser gefüllt werden. Ein Teil dieser Becken wurde zu einem Bad ausgebaut, d.h. die Böden der Becken wurden mit Beton geebnet, es gibt Umkleiden, Toiletten und ein Bar. Von einem kleinen Sprungbrett aus kann man direkt ins Meer hüpfen. Im Sommer zahlt man 1,50 € Eintritt für das Bad, anschauen kann man die Becken aber auch von außen ohne Eintritt zu zahlen.

Als ich im Dezember hier war könnte ich mir das Baden hier aber kaum vorstellen. Die Wellen waren so hoch, dass die Pools und auch die Liegeflächen komplett überspült waren. Manche Wellen reichten sogar bis hoch ans Pier! Wirklich toll zum Zuschauen, nicht so toll zum Baden...

Wenn man vom Bad aus am Pier entlang läuft gibt es auf Höhe der Ilhéu Mole (der große Felsen im Meer) beim Restaurant Cachalote auch nochmal ein paar Becken mit Liegeflächen, ohne Eintritt. Dafür gibt es halt keine Umkleiden und Toiletten, aber man kann auch in ein paar kleinen Pools baden und das Restaurant verkauft Eis, Kaffee und Snacks. Von hier aus sieht man auch schon die kleine Burg São João Baptista, darin befindet sich ein seit 2004 ein Aquarium.

Der eigentliche Ortskern von Porto Moniz liegt einen kurzen Fussweg oberhalb des Piers bei der Kirche. Dort gibt es einen paar kleine Cafe`s und Läden (Supermarkt, Bäckerei, Obsthändler …). In der Vorweihnachtszeit war der Vorplatz der Kirche auch schön geschmückt mit Lichterketten und Weihnachtsdeko, das war echt ungewohnt im Urlaub... am Pier unten war sogar eine riesige Krippe mit lebensgroßen Figuren aufgebaut!


Bild: Wasserfall Madeira
Hier kann man gut sehen wie ein großer Teil der alten Straße direkt vor dem Wasserfall schon ins Meer gestürzt ist

 

 

Véu da Noiva

Der Véu da Noiva („Brautschleier“) ist ein Wasserfall an der Nordküste Madeiras zwischen São Vicente und Seixal. Er stürzt von einer hohen Klippe aus direkt ins Meer. Es gibt einen Aussichtspunkt auf den Wasserfall gleich rechts nach einem Tunnel kurz vor Seixal an der neuen Straße. Ist aber auch ausgeschildert, es gibt einen Parkplatz und Souvenir-Shop.

Die alte Küstenstraße ging direkt hinter dem Véu da Noiva durch, leider sind die Reste davon auch für Fussgänger hier komplett gesperrt, man kommt also nicht näher an den Wasserfall ran, da gerade hier immer wieder Teile der alten Straße ins Meer stürzen.


Bild: Madeira Nordküste Straße

Alte Nordküstenstraße

Die alte Straße zwischen Sao Vincente und Porto Moniz an der Nordküste Madeiras ist heute größtenteils für Autos gesperrt und dem Verfall preisgegeben. Der Bau neuer Tunnel und Streckenabschnitte erleichtert und verkürzt die Fahrt erheblich, da die alte Straße teils nur einspurig war und durch Steinschläge und Wasserfälle oft schwierig zu passieren.

Fährt man die inzwischen neue Straße kann man das Auto immer mal wieder an der Straße Parken und Teile der alten Strecke zu Fuss erkunden. Natürlich auf eigene Gefahr.

Als ich mal angehalten habe um ein Stück zu Fuss zu gehen war direkt hinter der ersten Kurve ein Wasserfall der Unmengen von Steinen und Gestrüpp auf die Straße gespült hat. Und durch das viele Wasser wachsen sogar Sumpfpflanzen auf der Straße... hier bin ich dann wieder umgekehrt, da man nicht sehen konnte ob unter dem ganzen Zeugs überhaupt noch eine Straße vorhanden ist oder ob sie schon abgerutscht ist und das Gestrüpp nur die Lücke füllt...


Bild: Sao Vincente Madeira Lavahöhle
Ein kleiner unterirdischer See gibt ein schönes Fotomotiv

Lavahöhlen von São Vicente & Vulkan-Zentrum

Die Höhlen von Sao Vicente entstanden vor fast 900.000 Jahren durch einen Lavastrom der sich hier seinen Weg an die Erdoberfläche bahnte. Die ganze Insel ist ja vulkanischen Ursprungs, allerdings gibt es schon lange keine aktiven Vulkane mehr.

Die Höhlen sind gut ausgeschildert und liegen kurz hinter São Vicente an der ER 104 Richtung Encumeada-Pass. An der Straße befindet sich ein großer kostenloser Parkplatz, auf der anderen Straßenseite liegt das Besucherzentrum und der Eingang zu den Höhlen.

Diese kann man nur mit einer Führung (Englisch und Portugiesisch) erkunden. Zu Beginn der Führung geht es in einen kleinen Ausstellungsraum in dem einen das Thema Vulkanismus näher gebracht wird. Anschließend schaut man einen 10-minütigen Film bevor man mit einem „Aufzug“ zum Mittelpunkt der Erde fährt... Dort sieht man nochmal einen kurzen 3D-Film über das Erdinnere und die Entstehung von Vulkanen. Hier hat man sich sicherlich viel Mühe gegeben den Besuchern etwas zu bieten und das Thema möglichst interessant zu gestalten, aber die (technische) Umsetzung ist leider nicht so gelungen... ich hätte es schön gefunden wenn es z.B. ein günstigeres Ticket nur für den Besuch der Höhlen gegeben hätte, ohne das Vulkanzentrum. Aber nach dem Info-Teil ging es endlich in die Höhle mit ihren verschiedenen Lavatunneln. Der Guide erklärt zuerst alles auf Portugiesisch und anschließend nochmal auf Englisch (war gut zu verstehen). In der Höhle ist es immer ein bisschen nass, überall tropft Wasser von der Decke. Allerdings gibt es hier keine Stalagmiten und Stalaktiten, da es auf Madeira keinen Kalkstein gibt (wieder was gelernt!).

Öffnungszeiten sind tägl. von 10 - 18 Uhr, die komplette Führung kostet 8€ und dauert ca. 30 Minuten. Es darf in der Höhle fotografiert werden. Im Park findet man Toiletten, einen Souvenirshop und ein Cafe. Ich hab Abends um kurz nach 17.00 Uhr grad noch so die letzte Führung erwischt. Danach wäre ich gerne noch etwas durch den Park rund um den Eingang geschlendert, der ist nämlich echt schön, es gibt viele Blumen und freilaufende Hühner. Aber der Park hat kurz nach der letzten Führung geschlossen, ist ja auch klar, also lieber früher dran sein.


Bild: Madeira Haus Santana
So sieht ein traditionelles Haus auf Madeira aus

 

 

Santana

Als ich auf dem Weg zum Wandern auf der Ponta de São Lourenço war hab ich in Santana kurz angehalten um den Wochenmarkt zu besuchen (jeden Sonntag) und um mir die typischen Häuschen anzuschauen, die hier im Zentrum direkt an der Hauptstraße stehen (nicht die in dem Themenpark). Das Auto kann man direkt gegenüber auf einem kostenlosen Parkplatz hinter der Bushaltestelle abstellen.

Die Häuser sind frei zugänglich und kosten keinen Eintritt. In ihnen befinden sich z.B. ein Souvenirladen, ein Cafe und ein Blumenladen.

Im Dezember war hier auch eine große Weihnachtskrippe aufgebaut. Die sind hier auf Madeira echt mit viel Liebe zum Detail dekoriert, mit Blumen, Obst und sogar einem fließenden Bach.


Bild: Curral das Freiras Madeira
Ein schöner Regenbogen über dem Curral das Freiras vom Aussichtspunkt Eiro do Serrado

Curral das Freiras (Nonnental)

Das Curral das Freiras ist ein kleines Dorf in einem abgeschiedenen Talkessel ca. 30 Minuten von Funchal entfernt. Das Tal hat seinen Namen daher, dass im 16.Jahrhundert die Nonnen des Santa Clara Klosters von der Küste hierher flüchteten, um sich und die Klosterschätze vor Piratenangriffen zu schützen.

Man erreicht es mit dem Auto sehr gut über die ER107. Ein neuer Tunnel erleichtert den Zugang zum Tal erheblich, früher schlängelte sich eine enge und kurvige Straße über die hohen Berge.

Vom Aussichtspunkt Eiro do Serrado oberhalb des Tals hat man einen wunderschönen Blick auf das Tal und das Dorf. Um dorthin zu kommen biegt man kurz vor dem Tunnel links ab und fährt über die alte Straße hoch zum Eiro do Serrado Ist aber auch gut ausgeschildert. Die alte Straße endet oben am Aussichtspunkt, die Strecke von hier hinunter ins Tal kann man von oben schön sehen, sie ist aber gesperrt und wird nicht mehr instand gehalten. Man muss also auf dem gleichen Weg wieder runter.

Oben angekommen gibt es einen Parkplatz und ein großes Gebäude mit Hotel, Restaurant, Souvenirshop und Toiletten. Über einen kurzen Weg an der Felswand entlang (links neben dem Gebäude) läuft man in ca. 5 Minuten zu einer Aussichtsplattform mit dem allerbesten Blick auf das Nonnental.

Als ich hier oben angekommen bin war alles in Nebel und Nieselregen gehüllt. Bin aber trotzdem zur Aussichtsplattform gelaufen, ich dachte mir wenn ich schon hier oben bin kann ich die 5 Minuten auch noch investieren. Und auch wenn man hier oben komplett in den Wolken steht gibt es immer mal wieder einen freien Blick ins Tal, wie ihr an meinen Fotos sehen könnt. Man kann also auch bei schlechtem Wetter sein Glück versuchen und hoffen dass die Wolken kurz aufreißen. Der Eiro do Serrado und das Nonnental sind auf jeden Fall einen Besuch Wert, bei besserem Wetter muss der Ausblick wirklich gigantisch sein. Es gibt übrigens einen Wanderweg der vom Aussichtspunkt hinunter ins Tal führt. Er startet direkt beim großen Haus am Parkplatz. So kann man z.B. das Auto in Curral das Freiras parken, mit dem Bus nach oben fahren und zu Fuss wieder ins Tal laufen... oder andersrum... oder wie auch immer...


Bild: Cabo Girao Madeira
Blick von der Aussichtsplattform Richtung Funchal

Cabo Girão

Das Cabo Girão ist mit ca. 580 m Höhe eine der höchsten Steilklippen Europas. Es liegt ca. 10 Km westlich von Funchal und ist von der Schnellstraße aus gut ausgeschildert. Parkplätze gibt es oben aber nicht allzu viele, im Sommer kann es bestimmt recht voll werden. Auf dem Weg vom Parkplatz zum Aussichtspunkt gibt es Toiletten, einen Souvenirshop und ein Cafe.

Vom Aussichtspunkt hat man einen tollen Blick entlang der Steilküste bis nach Funchal. Das Highlight ist eine Plattform mit Glasboden! Man kann direkt an seinen Füssen vorbei in die Tiefe blicken. Unten am Fuss der Klippe sieht man ein kleines Fleckchen Land. Mit einem gläsernen Fahrstuhl, dem Faja dos Padres, kann man dort hinunterfahren. Der Bergstation muss sich in der Nähe der Aussichtsplattform befinden, ich hab sie damals nicht gefunden, aber auch nicht wirklich danach gesucht.


Bild: Calheta Madeira Zuckerrohrfabrik
Ein Teil der alten Zuckerrohr - Fabrik aus dem Jahr 1894

 Zuckerrohrfabrik Calheta

In Calheta an der Südküste Madeiras befindet sich eine alte Zuckerrohrfabrik aus dem Jahre 1894 die auch heute noch das frisch geerntete Zuckerrohr verarbeitet. Allerdings natürlich nur während der Erntezeit von Mai bis April. Besichtigen kann man sie aber das ganze Jahr über, der Eintritt ist sogar kostenlos. Toll ist auch das kleine Cafe in dem man die Produkte aus Zuckerrohr verkosten und natürlich auch kaufen kann, z.B. Rum oder Gebäck.

Ich wollte unbedingt den frischen Zuckerrohr-Saft probieren, der auf der Karte auch wahnsinnig lecker ausgesehen hat. Live sah er dann aber eher aus als würde man davon Durchfall bekommen und er hat auch so geschmeckt... leider gar nicht mein Fall, hab nur kurz dran genippt und den Rest dann in einer Palme entsorgt...

Man findet die Fabrik wenn man die Straße den Hügel runter Richtung Strand fährt, auf halbem Weg rechts neben einer Kirche. Parken kann man an der Straße.


Bild: Ponta do Pargo Madeira

Farol da Ponta do Pargo

Der Farol da Ponta do Pargo ist ein schöner Leuchtturm auf einer 300 m hohen Steilklippe an der westlichsten Spitze Madeiras. Von hier aus hat man einen wunderbaren Blick entlang der Steilküste. Und da man ja am westlichsten Punkt der Insel ist kann man hier wunderschöne Sonnenuntergänge erleben.

Der Leuchtturm selbst ist aus dem Jahre 1922 und beherbergt ein kleines Museum mit Fotografien und Ausstellungsstücken zu Madeiras Leuchttürmen und deren Entstehung. Es hat Montag bis Freitag von 9.30 - 12.00 Uhr und von 14.00 - 16.30 Uhr geöffnet, der Eintritt ist kostenlos. Leider war ich zu spät für das Museum, da ich ja Abends für den Sonnenuntergang hergekommen bin. Der Weg hierhin ist gut ausgeschildert und leicht zu finden.

Hinter dem Leuchtturm beginnt ein kleiner Weg an der Küste entlang bis zu einem weiteren Aussichtspunkt mit Restaurant. Entlang des Weges kann man auch den Leuchtturm selbst schön sehen und fotografieren.


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