Reisebericht Island - Der Norden des Landes

Dettifoss Wasserfall & Jökulsárgljúfur-Schlucht - Goðafoss Wasserfall - Akureyri - Siglufjörður - Glaumbær Museumsbauernhof

Der Norden Islands hat landschaftlich nochmal einiges zu bieten. Mit Akureyri befindet sich hier auch die drittgrößte Stadt des Landes und die Hauptstadt des Norden. Wenn man hier ein bisschen was sehen will kann man gut und gerne ein paar Tage einplanen. Ich selbst war leider nur zwei Nächte hier. Wirklich empfehlen kann ich den Abstecher nach Siglufjörður! Allein die Fahrt dorthin durch die einspurigen Tunnel und die einsamen Fjorde ist lohnenswert. Ich wäre gerne noch länger im Norden geblieben, z.B. um noch nach Húsavík zu fahren, aber da ich unbedingt noch zur Vogelklippe nach Látrabjarg in den Westfjorden wollte musste ich mich ein bisschen beeilen.

Bild: Karte Norden Island
Von Egilsstaðir bis nach Akureyri fährt man ca. 3 Stunden un 15 Minuten, bis nach Hólmavík 7 Stunden.
Bild: Dettifoss Island
Der Dettifoss ist definitiv einen Abstecher Wert.

Dettifoss

Schon an der Ringstraße muss man sich entscheiden von welcher Seite man den Dettifoss sehen will, denn vor Ort gibt es weit und breit keine Brücke um die Seiten zu wechseln.

Es gibt die 28 km lange Schotterpiste 864 die zum östlichen Ufer führt. Von hier aus kommt man wirklich seeehr nah an die Wasserfallkante heran (wie immer in Island keine Absperrungen). Der Weg zu dem stromaufwärts gelegenen kleineren Selfoss ein einfach und der Blick von dieser Seite aus schöner. Man läuft nur ca. 15 Minuten dorthin. Ein weiterer Weg führt flussabwärts zum Hafragilsfoss und noch ein Stück weiter zu einem Aussichtspunkt auf den Wasserfall. Es gibt einen großen Parkplatz mit WC.

Über die 24 km lange und seit kurzem asphaltierte 862 gelangt man zum westlichen Ufer und man kann einen Rundweg zum Selfoss laufen, der aber schwieriger sein soll.

Die beiden Straßen treffen sich erst ca. 30 Km weiter in Ásbyrgi wieder. Es gibt natürlich auch die Anfahrt von Norden von Ásbyrgi kommend. Auf beiden Wegen führen Stichstraßen zu den Highlights der Jökulsárgljúfur - Schlucht.

Das Licht für den Wasserfall ist am besten Mittags, dann ist Wasserfall in schönem Licht.

Ich musste mich bei meinem Besuch für den Weg über die 864 entscheiden, da die andere Straße wegen drohender Überflutung gesperrt war (der Bardabunga war gerade ausgebrochen). Ich hätte mich glaub ich auch ohne Sperrung für diesen Weg entschieden, einfach weil man auf dieser Seite so unglaublich nah an die Wasserfallkante rankommt. Auf dieser Seite würde übrigens die erste Szene aus dem Film Prometheus gedreht, in der das Alien in den Wasserfall stürzt! Aber die fast 60 Km Schotterpiste (hin und zurück) haben es doch in sich, nach der Fahrt war im kompletten Auto eine braune Staubschicht (ja auch in der offenen Nudelpackung...), trotz ausgeschalteter Lüftung und geschlossenen Fenstern.


Bild: Godafoss Island
Auch am Goðafoss kommt man sehr nach an die Kante

 

Goðafoss

Der Goðafoss ist einer von Islands bekanntesten Wasserfällen und liegt direkt an der Ringstraße zwischen Akureyri und Myvatn, ein kleines Schild an der Straße weist Richtung Goðafoss. Nach ca. 300 m kommt man auf einen kleinen Parkplatz, ein kurzer Fußweg führt zum Wasserfall. Wie so oft in Island gibt es keinerlei Absperrungen um den Wasserfall, man kommt direkt bis an die Kante und kann auch über ein paar kleinere Flussarme hüpfen.

Folgt man dem Fluss ein Stück Richtung Straße kann man ein paar schöne Stromschnellen und Basaltsäulen am Fluss sehen. Man kommt über eine Fußgängerbrücke auf die andere Seite, wo es ein kleines Restaurant gibt mit Souvenierladen und Toiletten. Zudem kann man den Wasserfall natürlich noch von der anderen Seite bewundern. Man fährt ca. 40 Minuten von Myvatn und 45 Minuten von Akureyri hierher.

Seinen Namen hat der Wasserfall dank einer Sage, in der die alten heidnischen Götterbilder hier entsorgt wurden als das Christentum im Land eingeführt wurde.


Bild: Hafnarstaeti Akureyri Island
Die Hafnarstræti ist eine der Hauptstraßen in Akureyri mit vielen Geschäften

Akureyri

Akureyri ist die Hauptstadt des Nordens und Islands drittgrößte Stadt. Das Stadtzentrum besteht aus vielen kleinen und bunten Holzhäusern mit Geschäften, Restaurants, etc., eine ungewohnte aber schöne Abwechslung nach dem ganzen Naturgedöns.

Von der Kirche aus hat man einen schönen Blick über die kleine Stadt, von dort aus die Treppen runter ist man direkt im Zentrum.

Da ich recht spät hier angekommen bin war Abend nur noch ein bisschen Bummeln und Essen drin (Hamborgarafabrikkan, kann ich sehr empfehlen, für einen Burger zahlt man ca. 2000 ISK, bekommt aber auch einiges dafür!). Am nächsten Morgen wollte ich direkt weiterfahren. Wer hier etwas mehr sehen möchte kann z.B. den nördlichsten botanischen Garten der Welt besuchen (Lystigarður). In der Touristeninformation gibt es bestimmt einen Stadtplan mit allen Sehenswürdigkeiten, leider hatte die schon zu als ich da war.

Eine schöne Aussicht auf die Stadt hat man übrigens vom gegenüberliegenden Fjordufer.

In der Umgebung von Akureyri gibt es das Naherholungsgebiet Krossanesborgir am nördlichen Stadtrand mit vielen Gesteinsformationen, dort soll man gut wandern können. Der meistbesuchte Wald des Landes Kjarnaskógur liegt auch in der Nähe, es gibt viele Wanderwege und einen Campingplatz.


Bild: Museum Sildarminjasafnid Siglufjördur
Das preisgekrönte Museum Síldarminjasafnið

Siglufjörður

Siglufjörður ist eine der nördlichste Städte Islands. Allein die Fahrt hierher (aus Richtung Akureyri über die 82 und 76) ist unbeschreiblich schön. Zwischen zwei langen Tunneln (einspurig!) steht man in einem wunderschönen einsamen Fjord umringt von hohen Bergen auf denen Ende August noch Schnee von letzten Winter liegt.

 

In der Stadt gibt es das preisgekrönte Museum Síldarminjasafnið, es liegt direkt an der Straße in den Ort. Dort wird die Geschichte des Heringfangs erklärt, für den die Stadt noch in den 1960er–Jahren weltbekannt war. In der Hauptfangsaison arbeiteten in diesem kleinen Dorf damals bis zu 13.000 Menschen! Doch irgendwann war das Meer überfischt und die Fischschwärme blieben aus. Heute hat das Dorf ca. 1300 Einwohner und aus den alten Fabrikgebäuden wurde das Museum gebaut. Gezeigt wird dort wie der Fisch damals zu Fischmehl und Öl verarbeitet wurde, besonders interessant sind aber die alten Unterkünfte der Arbeiterinnen. Diese sind sehr authentisch eingerichtet, über Lautsprecher hört man Frauenstimmen und Musik. Man sieht auch die alten Büros der Verwalter, die Werkstätten und die damaligen Verarbeitungsstraßen. Im dritten Gebäude befindet sich ein nachgebautes Hafenpier mit altem Fischkutter den man erkunden kann. Öffnungszeiten des Museums sind von Juni bis August tägl. von 10-18 Uhr, Mai und September 13-17 Uhr, der Eintritt 1400 ISK.

Auch des Rest der Stadt ist sehr schön. Am Hafen stehen zwei bunte alte Holzhäuser in denen sich heute zwei Restaurants befinden. Geht man am Hafen entlang findet man ein altes Schiffswrack. Das kleine Cafe im Ort selbst ist auch sehr empfehlenswert (in der Aðalgata war das glaub ich). Fährt man von Akureyri aus nach Siglufjörður hinein findet man auf der rechten Seite bei dem blauen und gelben Haus einen kleinen kostenlosen Campingplatz.


Bild: Glaumbaer Island
Nur die Frontseite des Hofs ist mit Holz verkleidet, die Wände im Inneren bestehen aus Torf

 

 Glaumbær

Der Museumshof Glaumbær liegt an der 75 ca. 8 km nördlich der Ringstraße. Er gilt als der schönste Museumsbauernhof Islands. Der Eintritt kostet 1200 ISK, geöffnet ist von 1.Juni bis 10.September tägl. von 9 - 18 Uhr. Die Tickets gibt es im Haupteingang des Torfgebäudes.

Der Hof ist wirklich sehr ursprünglich und interessant. Am besten beschreibt man ihn als einen Erdhügel in den mehrere Räume und Kammer die miteinander verbunden sind hinein gegraben wurden. Nur in den Schlafräumen sind Boden und Wände verkleidet, in den restlichen Kammer ist der lehmige Boden nur gestampft, die Wände bestehen aus aufgeschichtetem Torf.

In einem Nebengebäude befindet sich ein Cafe in dem einheimische Gerichte angeboten werden, z.B. Suppe und natürlich Kuchen.

Da der Hof ja nicht weit von der Ringstraße entfernt ist lohnt es sich wirklich hierher zu kommen.

Hier noch eine Karte der Nördküste Islands mit allen Sehenswürdigkeiten:

Bild: Karte Nordisland

Weiter lesen...