Reisebericht Island - Der einsame Osten

Djúpivogur - der Oxipass - Egilsstaðir - Seyðisfjörður

Im Osten Islands gibt es einige schöne Orte zu besuchen, vor allem zum Wandern gibt es hier ein paar schöne Strecken. Leider hatte ich hierfür keine Gelegenheit, da ich an der Südküste schon zuviel Zeit vertrödelt hatte. Das muss ich wohl beim nächsten Mal nachholen. Auf dem Weg an der Ostküste entlang haben ich einen kleinen Stop in dem Örtchen Djúpivogur gemacht und bin dann über den Oxipass nach Egilsstaðir gefahren. Aber weil mich die Stadt nicht so überzeugt hat und es erst Nachmittag war bin ich noch weiter nach Seyðisfjörður gefahren und hab dort übernachtet.

Bild: Djupivogur
Blick auf den Berufjörður

 

Djúpivogur

 Djúpivogur ist ein kleines Dorf an der Ostküste Islands mit kleinen bunten Häuschen und einem schönen Hafen. Das größere rote Haus über dem Hafen beherbergt ein Cafe mit sehr gutem Kuchen. Vom Hafen aus kann man Ausflüge zur Vogelinsel Papey vor der Küste machen. In der kleinen Touristeninformation bekommt man eine Karte der Stadt auf der z.B. schöne Aussichtspunkte eingezeichnet sind oder Läden in denen man Kunsthandwerk kaufen kann, z.B. der Laden „Sticks, Stones & Bones“. Ein einheimischer Sammler zeigt hier seine Schätze die er über viele Jahre vor Ort gesammelt hat, von angespülten Walknochen bis hin zu den schönsten Edelsteinen. Im Garten stehen auch einige Skulpturen, den kleinen Hügel hinterm Haus klettert man am besten hoch und genießt den Ausblick von oben.


Oxipass

Der Oxipass (Straßennummer 939) ist eine Abkürzung. Und die haben es ja bekanntlich in sich. Gleich am Anfang am Berufjörður wird vor 17 % Steigung gewarnt, große Wohnmobile sollten diese Straße besser meiden. Aber man spart sich hier ca. 60 Km Strecke gegenüber der Ringstraße an der Küste auf dem Weg nach Egilsstaðir. Landschaftlich ist der Pass unbeschreiblich schön, dass steilste Stück hat man gleich am Anfang hinter sich wenn man vom Berufjörður Richtung Egilsstaðir fährt. Die Straße ist nicht asphaltiert sondern nur planiert, aber mit meinem kleinen Camper war das kein Problem. Weiter oben trifft man dann wieder auf die Ringstraße, die hier im Osten übrigens auch nicht durchgehend asphaltiert ist.


Bild: Fardagafoss Egilsstadir
Der Fardagafoss ca. 4,5 Km von Egilsstaðir entfernt

Egilsstaðir

Egilsstaðir ist die Hauptstadt des Ostens, sie liegt am nördlichen Ende des Sees Lagarfljót, der angeblich ein Seeungeheuer beherbergt. Es gibt eine Touri - Info in der Stadt (East iceland information center, ist ausgeschildert) und ein Regionalmuseum mit Wikingergrab. Zudem natürlich Supermärkte, Restaurants, Hotels und einen Campingplatz.

Da die Stadt an sich aber nicht besonders reizvoll war hab ich hier nur einen kurzen Stopp gemacht und bin nach meinem Besuch in der Touristeninformation weitergefahren Richtung Seyðisfjörður (über die 93, man muss aber zunächst auf die 92, der Abzweig auf die 93 kommt erst nach dem Ortsende, fand ich ein bisschen verwirrend). Auf dem Weg nach Seyðisfjörður liegt eine kurze Wanderung zum Fardagafoss. Der Parkplatz an der 93 ist beschildert, man kann den oberen Teil des Wasserfalls schon von weitem auf der rechten Seite sehen. Man läuft ca. 20 Minuten hinauf zum Fardagafoss. Hinter dem Wasserfall befindet sich eine kleine Aushöhlung in die ein kleiner Weg hinein führt.


Bild: Straße Seydisfjördur
Hier wurde die Skateboard - Szene aus dem Walter-Mitty-Film gedreht!

Seyðisfjörður

Seyðisfjörður heißt die kleine Ortschaft am gleichnamigen Fjord im Osten Islands. Hier legt die Smyril-Line-Fähre von Dänemark und Norwegen aus kommend an, mit der auch viele Touristen nach Island reisen. Zudem wird der Ort auch von vielen Kreuzfahrtschiffen angefahren. Das gibt dann manchmal ein recht komischen Bild im Ort, auf der einen Seite der typische Island-Camper mit Wollmütze und dicker Jacke und auf der anderen Seite die Kreuzfahrt-Touris mit Glitzer-Schmuck und Stöckelschuhen...

 

Von Egilsstaðir aus erreicht man Seyðisfjörður über die 93 in ca. 25 Minuten. Die Straße hierher ist wunderschön. Man fährt über einen hohen Pass wo selbst Ende August noch Schneefelder vom letzten Winter liegen. Unzählige kleine und größere Seen bilden eine sehr sehr schöne Landschaft bevor die Straße wieder nach unten führt und sich ein sagenhafter Fjord mit steilen Wänden voll mit Wasserfällen vor einem öffnet. Ein wirklich unglaubliches Bild!

Der Ort selbst zählt zu den schönsten Islands, eben wegen der Lage im Fjord und den schönen kleinen Holzhäuschen die es hier noch gibt.

 

Wandern kann man hier z.B. an einem Pfad vorbei am ältesten noch arbeitenden Wasserkraftwerk Islands, dem Fjardarsel, man kommt hier im weiteren Verlauf an 25 Wasserfällen vorbei. Oder man geht auf den Berg Bjólfur mit einer sehr schöne Aussicht über den Fjord (man kann mit dem Auto ein Stück hinauf fahren und den Rest zu Fuß gehen).

Ich hatte leider nicht die Zeit hier zu wandern und hab hier nur eine Nacht auf dem Campingplatz verbracht. Empfehlen kann ich aber das Bistro Skaftfell. Hier ist es meist recht voll da sich das gute Essen wohl herumspricht. Es gibt Suppe, Pizza und jeden Tag wechselnd Fisch oder Fleisch des Tages. Für eine Pizza zahlt man z.B. 2000 ISK was wirklich ein guter Preis ist für das Essen das man bekommt. Bestellt wird übrigens an der Bar, es wird dann zum Tisch gebracht.

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