Reisebericht Island - Der Süden der Insel

Þingvellir-Nationalpark - Bruarfoss - Geysir - Gullfoss - Kerið-Krater - Hveragerði - Lavahöhle Raufarhólshellir - Gluggafoss - Stóra Dímon - Seljalandsfoss - Skógafoss - das Flugzeugwrack - Dyrhólaey - die Fjaðrágljúfur Schlucht - Laki-Krater - Skaftafell Nationalpark - Fjallsárlón & Jökulsárlón Gletscherlagune

Die meisten Sehenswürdigkeiten und Highlights der Insel findet man entlang der Südküste. Große Wasserfälle, Vulkane, Thermalgebiete, Europas größten Gletscher, den Geysir und diverse lohnenswerte Abstecher ins Hochland bieten sich hier an. Deshalb sollte man auf jeden Fall genug Zeit in dieser Region einplanen. Viele Touristen fahren auch nur von Reykjavik bis Höfn und zurück. Den berühmten Golden Circle (Þingvellir, Geysir, Gullfoss) schafft man z.B. gut an einem Tag, für die ganze Südküste würde ich schon eher eine ganze Woche einplanen, entsprechend länger wenn man ins Hochland möchte.

Bild: Thingvellir Nationalpark Island
Blick über die Almannagja - Schlucht ins Tal

Þingvellir

Im Þingvellir - Nationalpark kann man das Auseinanderdriften der amerikanischen und eurasischen Kontinentalplatte wirklich gut sehen. Kommt man hier an denkt man sich erstmal "oh, schönes Tal mit Bergen drum herum". Das "Tal" ist aber der eigentliche Riss zwischen den Erdplatten. Jedes Jahr wächst es um ca. 2 cm in die Breite und sinkt gleichzeitig ab. So ist das Tal in den letzten 10.000 Jahren zu seiner jetzigen Breite gekommen und dabei ca. 40 m abgesunken. Das muss man sich mal vorstellen!

Der Ort ist aber nicht nur von geologischer Bedeutung, sondern auch von historischer. Zu Wikingerzeiten war dies die zentrale Parlamentsstätte der Isländer. Hier wurden gesetzgebende und gerichtliche Versammlungen abgehalten, eine der ersten Demokratien der Welt wurde hier gegründet. Bis heute finden hier Feiern und Veranstaltungen statt.

 

Von Reykjavik aus fährt man nur ca. 40 Minuten bis nach Þingvellir. Über die 36 erreicht man hier den Aussichtspunkt Hakið mit Visitor Center (Cafe, Toiletten 200 ISK, Filmvorführungen, geöffnet tägl. 9 - 17 Uhr). Hier kann man das Auto den ganzen Tag stehen lassen und den Park über die vielen Wege zu Fuß erlaufen. Von dem Aussichtspunkt geht man zunächst durch die Almannagjá-Schlucht hinunter in die Ebene. Von hier aus erreicht man die kleinen Häuschen und die Kirche (Pingvallakirkja) direkt am Fluss, die Silfra - Spalte, den Öxará Wasserfall und einen tollen Aussichtspunkt ganz am Ende der Schlucht. Alle Wege sind mit Infotafeln ausgestattet bezügl. Geschichte und Geologie des Parks. Hier ist natürlich immer viel los da alle Reisebusse hier halten, aber ich fand es hat sich recht gut verlaufen, das Gelände ist ja groß genug.

Auf der 36 geht es weiter bis einer Kreuzung mit Servicezentrum, Campingplatz, Imbiss, kostenlosen Toiletten und Souvenirs. Fährt man an dieser Kreuzung die Straße nach rechts (die 361 Richtung Þingvellir) kommt man zum Parkplatz der Pingvallakirkja und dem der Silfra - Spalte, aber wie gesagt, eigentlich kann man das Auto an einem Punkt stehen lassen und alles zu Fuß ablaufen. Die 361 führt aber landschaftlich sehr schön am See entlang.

 

Und jetzt noch zur Silfra - Spalte: Diese bis zu 63 Meter tiefe Spalte hat das absolut klarste Wasser der Welt mit Sichtweiten von bis zu 200 Metern unter Wasser! Das Wasser stammt vom ca. 50 Km entfernten Langjökull-Gletscher. Dort versichert es und kommt ca. 100 Jahre später, gefiltert durch Lavagestein, hier wieder an die Oberfläche. Der unterirdische Zufluss ist auch der Grund warum sich das Wasser im Sommer nicht erwärmt sondern das ganze Jahr über konstant bei kalten 2°C bleibt.

Verschiedene Veranstalter bieten hier Tauchgänge und Schnorchel-Touren an, z.B. ArcticAdventures, Dive.is und ExtremeIceland. Für einen Tauchgang braucht man allerdings einen Tauchschein (PADI Open Water oder gleichwertig). Das Schnorcheln sind aber für jeden geeignet der es sich körperlich zutraut.

Ich kann euch nur raten macht diese Tour!!! Sie ist zwar nicht ganz billig, aber wann hat man schon mal wieder die Gelegenheit zwischen zwei tektonischen Platten im klarsten Gletscherwasser der Welt zu schwimmen?? So kalt wie man es sich vorstellt ist es gar nicht, man wird ja warm eingepackt.

Ich bin mit ArcticAdventures geschnorchelt. Für umgerechnet ca. 110 € bekommt man alles an Ausrüstung gestellt (Trockenanzug, „Schlafsack zum Anziehen“, Flossen, Brille, Schnorchel...), man selbst kommt am besten in langer Skiunterwäsche oder mit Leggins und Longsleeve. Pro Gruppe sind zwei Guides dabei (einer schwimmt voraus, der andere sammelt alle wieder ein), bei mir waren es Hermes und Juan, zwei wirklich nette Spanier! Vorab bekommt man natürlich eine gründliche Einweisung und Hilfe beim Anziehen der Ausrüstung. Vom Parkplatz zur Einstiegstreppe läuft man ca. 5 Minuten, die Guides helfen einem in voller Montur ins Wasser zu kommen. Anschließend lässt man sich einfach von der leichten Strömung treiben, untergehen kann man in dem Trockenanzug wirklich nicht. Der Guide der voraus schwimmt erklärt immer was man gerade unter Wasser sehen kann, wie tief es gerade unter einem ist, etc. Man ist ca. 20 – 30 Minuten im Wasser, je nachdem wie schnell die Gruppe ist. Man schwimmt übrigens nicht hin und zurück, es gibt eine zweite Treppe über die man am Ende wieder aus dem Wasser kommt.

Man kann bei den Guides übrigens nachfragen ob man sich eine Unterwasserkamera ausleihen kann, die haben welche und man bekommt dann die Bilder, kostet nichts extra.


Bild: Bruarfoss Island

Bruarfoss

Der Bruarfoss ist ein wunderschöner Wasserfall bei dem das Wasser über flache Kaskaden läuft und sich in der Mitte wieder trifft. Ihn zu finden ist nicht ganz einfach, aber er ist es Wert ihn zu suchen.

Fährt man auf der 37 vom Geothermal Bath Fontana Laugravatn zum Geysir und biegt beim Schild nach Brekkuskógur links ab auf eine Schotterpiste in eine Feriendorfsiedlung. Diese Schotterpiste fährt man am besten bis ganz zum Ende durch. Es stehen überall in der Anlage Schilder mit einem Lageplan, daran kann man sich gut orientieren und versuchen bis möglichst weit nach hinten zu kommen (am besten immer links halten). Dort gibt es dann an einer Weggabelung einen kleinen Parkplatz für 2 – 3 Autos auf der rechten Seite. An der Gabelung ist ein kleines Schild mit dem Rundweg zum Wasserfall (und einer zweiten etwas weiteren Wanderung um einen Berg herum).

Folgt man den Weg von hier aus nach rechts geht man noch ein kurzes Stück an der Straße, um dann nach links auf einen Trampelpfad abzubiegen. An dessen Ende muss man einen kleinen Fluss queren. Das ist zwar über ein paar Steine die den Fluss aufstauen möglich, aber auch sehr rutschig, da viele der Steine überspült sind und wackeln (mit Wanderstöcken aber kein Problem, das Wasser wäre auch nur knietief). Geht man von der Weggabelung nach links folgt man einfach dem Fluss bis zu einer kleinen Fußgängerbrücke über den Fluss. Hat man ihn auf die eine oder andere Weise überquert läuft man noch ca. 5 – 10 Minuten zum Bruarfoss. Direkt am Wasserfall gibt es eine kleine Brücke von der aus man einen guten Blick auf den Wasserfall hat.


Bild: Geysir Stokkur Island
Blick auf den Geysir Stokkur, im Vordergrund die blaue Quelle Blesi

Geysirfeld Haukadalur

Für das Geothermalfeld Haukadalur mit samt Geysir und blauer Quelle wurde wohl Anfang 2014 versucht eine Eintrittsgebühr zu erheben, was sich nach diversen Protesten aber nicht halten konnte. Als ich Ende August 2014 hier war war der Eintritt wieder kostenlos und das Gebiet war Tag und Nacht geöffnet und zugänglich.

Es liegt direkt an der 35, man kann es nicht verfehlen. Es gibt einen großen Parkplatz mit Besucherzentrum, Toiletten, Souvenir-Shop, Museum, Restaurant und einem Campingplatz.

Das Gebiet umfasst den großen „Geysir“ der aber weitestgehend inaktiv ist, und den kleineren Geysir „Stokkur“ der ca. alle 5 – 10 Minuten ausbricht. Des weiteren findet man diverse kleinere heiße Quellen, Schlammtöpfe, Wasserbecken und die wunderschöne blaue Quelle Blesi.

Von einer kleinen Anhöhe hinter dem Gebiet die schnell erreicht ist hat man einen tollen Blick auf Alles. Von hier oben kann man auch einen schönen Sonnenuntergang sehen. Will man den Geysir und die heißen Quellen fotografieren ist das Licht am besten früh morgens nach Sonnenaufgang, da dann alles schön ausgeleuchtet ist, zudem hat man das gesamte Gebiet für sich allein anstatt es mit unzähligen Reisebussen teilen zu müssen. Beim Ausbruch des Strokkur empfiehlt sich evtl. noch die Windrichtung zu beachten wenn man nicht den ganzen Schnodder auf der Linse haben will.


Bild: Gullfoss Island
Der goldene Wasserfall im Abendlicht

 

 

Gullfoss

Der Gullfoss ist einer der schönsten und bekanntesten Wasserfälle Islands. Man erreicht ihn über die 35, kurz bevor die Straße zur Hochlandpiste wird. Es gibt zwei große und kostenlose Parkplätze, am oberen gibt es ein VisitorCenter mit Cafe, Souvenir - Shop und Toiletten. Von hier aus kann man über mehrere kurze Wege den Wasserfall und einige Aussichtspunkte erreichen. Mehrsprachige Infotafeln geben Auskunft über die Geschichte der Gegend. Das Licht zum fotografieren ist am besten am späteren Nachmittag, dann macht der Wasserfall seinem Namen alle Ehre und erstrahlt in einem schönen goldenen Licht. Zu spät sollte man allerdings nicht kommen, da sonst der Schatten über den Wasserfall wandert so wie bei mir. Morgens hat man eher Gegenlicht.


Bild: Kerid Krater Island

 

 

Kerið

Der Kerið-Krater liegt an der 35, er ist ausgeschildert aber man sieht ihn auch schon von weitem. Sein Grund ist mit Wasser gefüllt. Es gibt verschiedene Rundwege, man kann am Kraterrand entlang laufen aber auch zum See hinuntergehen und ihn umrunden. Der Eintritt kostet 350 ISK, es gibt keine Toiletten.

Hier kann man anhalten wenn man gerade in der Gegend ist, aber einen riesen Umweg wär mir der kleine Krater dann doch nicht Wert. Da gibt es am Mývatn-See z.B. den
Hverfall–Krater, der hat zwar kein Wasser in der Mitte, ist dafür aber riesig!


Bild: Rauchtal Hveragerdi Island
Tal ganze Tal ist übersät mit heißen Quellen

Hveragerði

Hveragerði ist das Dorf auf den heißen Quellen direkt an der Ringstraße, ca. 45 Minuten von Reykjavik entfernt. Es ist bekannt für seine Gewächshäuser die durch die Erdwärme geheizt werden (frisch geerntete Bananen in Island! Wer hätte das gedacht!) Im Ort selbst sieht man immer mal wieder kleine weiße Rauchsäulen aus einem Garten aufsteigen, der Ort ist wirklich direkt über das Thermalgebiet gebaut.

Fährt man von der Ringstraße in den Ort ist gleich rechts bei der Tankstelle ein kleines Einkaufszentrum mit Info (und kostenlosen Toiletten). Hier findet man auch das Earthquake Center mit Informationen zum großen Erdbeben von 2008. Durch einen Glasboden sieht man einen langen Riss im Boden der damals entstanden ist. Für den Erdbeben-Simulator zahlt man 200 ISK Eintritt in der Info, um dann in einem kleinen Häuschen im Dunkeln etwas durchgerüttelt zu werden, der Rest der Ausstellung ist aber kostenlos. Hier bekommt man auch diverses Kartenmaterial der Umgebung (Wanderwege) und einen Stadtplan mit allen Sehenswürdigkeiten der Stadt (unbedingt holen!). Es gibt z.B. ein kleines Hochtemperaturgebiet mit heißen Quellen und Fumarolen direkt im Ort, am nördl. Stadtrand liegt der kleine Geysir Gryla und einen kleinen Wasserfall gibt es natürlich auch.

 Von Hveragerði aus geht ein schöner Wanderweg hinauf nach Reykjadalur in das sog. Rauchtal mit seinen heißen Bächen, unbedingt Badesachen mitnehmen! Um zum Ausgangspunkt der Wanderung zu kommen folgt man der zentralen Straße durch den Ort, vorbei an einer Sporthalle bis man ganz am Ende an einem kleinen Cafe parken kann. Der Weg geht von hier aus zuerst ein kurzes Stück steil bergauf, wird dann aber ebener. Man läuft ca. 3 Km einfach, der Weg geht meist leicht bergauf. Nach ca. 1 Stunde sind die heißen Quellen erreicht, man erkennt sein Ziel gleich an den Rauchsäulen die hier aufsteigen. Der Bach ist an vielen Stellen etwas aufgestaut, so dass man schön darin liegen kann. Das Wasser ist wirklich herrlich warm, ich würde sagen so um die 38° oder wärmer.


Bild: Raufarholshellir Höhle Island
Eine der wenigen frei zugänglichen Höhlen Islands, in anderen Höhlen zählt man für geführte Touren oft horrende Preise

Lavahöhle Raufarhólshellir

Die Lavahöhle Raufarhólshellir liegt an der 39 in der Nähe der Kreuzung mit der 38. Von der Kreuzung aus fährt man den Berg hinauf, die Höhle ist oben auf der rechten Seite. Ein Schild an der Straße weist auf den Parkplatz. Der Zugang ist frei und erfolgt auf eigene Gefahr, ein Hinweisschild steht vor dem Eingang.

Die Höhle selbst ist fast 1400 m lang und läuft unter der Straße durch. Im ersten Abschnitt gibt es Tageslicht durch große Deckeneinbrüche. Dahinter wird es dann wirklich stockfinster (aber auch trockener). Am Anfang führt noch so eine Art Weg in die Höhle, der aber nach ein paar Metern immer schlechter wird, dann klettert man nur noch über scharfkantige und nasse, rutschige Steine. Man muss wirklich aufpassen wo man hintritt, Handschuhe sind auch sinnvoll, damit man sich beim Klettern nicht die Hände an der scharfkantigen Lava aufschneidet. Trotz allem ist die Höhle wirklich sehenswert, gerade die Deckeneinbrüche mit dem herabtropfenden Wasser sind ein schönes Bild. Und kostenlos ist es ja auch, dafür gibt es aber kein WC am Parkplatz.


Bild: Gluggafoss Island

 

 

 

Gluggafoss

Der Gluggafoss ist ein Wasserfall halb versteckt in einer Schlucht mit kleinen Kaskaden. Um ihn zu erreichen biegt man bei Hvolsvöllur auf die 261 ab und fährt ca. 17 km bis zum Parkplatz des Wasserfalls. An der 261 ist ein Schild das links zum Parkplatz weißt. Von dort aus geht ein kurzer Weg an den Kaskaden vorbei in die kleine Schlucht.

Der Wasserfall ist auf jeden Fall ein schöner Stop wenn man grad in der Gegend ist, dann sollte man aber auch unbedingt beim Stóra Dímon halt machen!


Bild: Stora Dimon

 

 

 

Stóra Dímon

Der Stóra Dímon ist von unten gesehen ein recht unscheinbarer Hügel, aber die Aussicht von oben auf das Schwemmland und den Fluss Krossá ist wirklich nicht von schlechten Eltern!

Man erreicht ihn von der Ringstraße aus über die Schotterpiste 250. Am Fuße des Hügels auf dessen Südseite ist ein kleiner Parkplatz von dem aus ein schmaler Weg nach oben führt. Der Weg ist zwar recht steil, aber es ist nicht weit und der Ausblick ist es wirklich wert! Man hat auch einen tollen Blick auf den Ejafjallajökull direkt gegenüber und bei gutem Wetter sogar bis auf die Vestmannaeyjar-Inseln vor der Küste. Ich war dort bei strahlendem Sonnenschein und völlig allein auf dem Gipfel, da sich diese Attraktion wohl noch nicht rumgesprochen hat.


Bild: Seljalandsfoss Island

 

Seljalandsfoss

Der Seljalandsfoss ist einer der schönsten und bekanntesten Wasserfälle im Süden Islands direkt an der Ringstraße. Das Besondere bei diesem Wasserfall ist, dass man auf einem kleinen und sehr nassen Rundweg hinter dem Wasserfall durchlaufen kann! Hier wäre eine Regenjacke nicht schlecht gewesen, nach einer Windböe (kommt ja so selten vor in Island) war ich samt Kamera patschnass .

Am Parkplatz gibt es Toiletten, Souvenirs und einen kleinen Imbiss mit traditioneller isländischen Gerichten, z.B. Fleischsuppe, Lammsandwich und natürlich Torten (die Isländer mögens wirklich seeehr süß). Ein Campingplatz befindet sich ca. ½ Kilometer links vom Wasserfall. Das Licht ist am Nachmittag und Abend am schönsten, da der Wasserfall zu dieser Tageszeit in der Sonne liegt, bis Mittags ist er im Schatten.

 

Wenn man vor dem Wasserfall weiter nach links geht, kommt man noch an einigen kleinen Wasserfällen vorbei. Nach ca.

500 m erreicht man den Gljúfurárfoss. Der Fuß dieses Wasserfalls liegt in einer Höhle oder engen Schlucht, von außen sieht man nur den oberen Teil. Auf den Felsen vor dem Wasserfall könnte man hochklettern und in den Wasserfalltopf schauen, unten kann man auch versuchen dem kleinen Bach in die Schlucht zu folgen um den Wasserfall von unten zu sehen. Die Isländer halten ja im Allgemeinen nicht recht viel von Absperrungen, aber hier wurden leider wohl erst kürzlich welche angebracht um die Touristen davon abzuhalten durch die Natur zu trampeln, man sieht den Pfad in die Schlucht und auf den Felsen aber noch recht deutlich.


Bild: Skogafoss Island
Einer der imposantesten Wasserfälle Islands

Skógafoss

Der Skógafoss ist ein unglaublich imposanter Wasserfall direkt an der Ringstraße. Es gibt einen großen Parkplatz mit Restaurant, Hostel, Ausflugsbüro... Um zum Wasserfall zu kommen läuft man direkt über den Campingplatz. Man darf dessen Toiletten gegen eine kleine Gebühr von 100 ISK benutzen.

Das Licht ist am schönsten Mittags, dann ist der Wasserfall in voller Sonne, oft sieht man schöne Regenbögen in der Gischt. Hier gibt es keinerlei Absperrungen, man kann wirklich direkt bis zum Wasserfall laufen und auch ein kleines Stück dahinter, mitten in die tosende Gischt. Ich war trotz Regenjacke klatschnass aber glücklich.

Eine kurzer Weg führt über eine Metalltreppen seitlich den Wasserfall hinauf zu einer Aussichtsplattform. Auf halbem Weg nach oben geht links ein kleiner Weg ab zu einem weiteren kleinen Aussichtspunkt auf den Wasserfall. Folgt man dem Weg oben am Wasserfall ein Stück den Fluss entlang, kommt man nach ca. 5 Minuten zu ein paar schönen Kaskaden im Fluss. Dieser Weg geht weiter nach Þórsmörk und wird ab dort zum wohl bekanntesten Wanderweg Islands, dem Laugavegur und führt von Þórsmörk in 54 Km nach Landmannalaugar.


Flugzeugwrack

Ja. Das Flugzeugwrack...

Um einigermaßen sicherzugehen hab ich am Skógafoss nochmal nachgefragt wo genau es denn liegt, der nette Mann im Restaurant hat daraufhin gemeint er war schon öfters da, er weiß genau wo es liegt und hat mir ein Kreuzchen in meine Landkarte gemacht. Das Auto (kein 4x4) sollte ich an der Straße parken und auf der rechten Seite des Flusses zu Fuß in Richtung Meer laufen. Gesagt. Getan. Auto am Fluss geparkt, mich zu Fuß durch verschlammte Seitenarme des Flusses gekämpft, über Felsen, durchs Gebüsch, immer Richtung Strand, auf jede Anhöhe geklettert um zu sehen wo es liegt. Und irgendwann stand ich dann am Strand, ohne Flugzeug und dachte der Kerl hat mich verarscht.

Zurück am Auto hab ich dann aber festgestellt, dass ich einfach den falschen Fluss entlang gelaufen bin, ich hätte an der Straße noch ca. 2,5 Km weiter fahren müssen... Tja, zurück zu Hause hat Google Maps seine Karten dann auch so weit aktualisiert, dass man das Wrack via Satellit sehen kann, super.

Auf einer Karte hab ich euch eingezeichnet wo es wirklich liegt, damit euch nicht das gleiche passiert... wenn man an der Straße parkt läuft man ca. 3 Km einfach zum Wrack.


Bild: Reynisfjara und Dyrholaey Island
Der schwarze Strand Reynisfjara in der Nähe von Vik

 

Dyrhólaey

Dyrhólaey ist eine Klippe mit einem eindrucksvollen Felsentor und einem schönen Leuchtturm in der Nähe von Vík. Von der Ringstraße biegt man auf die 218 Richtung Dyrhólaey ab. Auf der Klippe teilt sich die Straße, fährt man die geradeaus kommt man zu einem Parkplatz mit Blick auf die schwarzen Strand Reynisfjara und die Felsnadeln vor Vík. Von hier geht auch ein Weg hinunter zum schwarzen Strand in Richtung Felsentor. Fährt man den rechten Abzweig kommt man hinauf zum Leuchtturm. Von hier oben hat man den besten Blick auf das Felsentor. Hinter dem Leuchtturm ist ein kleines Häuschen mit Toiletten. Es geht auch ein kleiner Wanderweg an der Küste entlang vom Leuchtturm zum unteren Parkplatz und auf das Felsentor. Im Sommer nisten hier viele Vögel.

Hier wolle ich eigentlich ein paar schöne Langzeitbelichtungen vom Meer machen, aber der Wind hat so stark gepustet und am Stativ gerüttelt, dass das unmöglich war... naja, Island halt.


Bild: Fjadragljufur Schlucht Island
Seht ihr die kleine Person oben auf der Klippe?

 

Schlucht Fjaðrágljúfur

Die Schlucht Fjaðrágljúfur liegt auf dem Weg zu den Laki - Kratern, ca. 5 km von der Ringstraße entfernt (Schild an der Ringstraße Richtung Laki / Holt). Nach dem Passieren der Siedlung Hunkubakkar hält man sich links, statt rechts auf die F 206 Richtung Laki abzubiegen. Der Weg bis zur Schlucht ist noch mit einem normalen PKW möglich.

Direkt an der Schlucht befindet sich ein kleiner Parkplatz mit WC. Von hier führen ausgetretene Pfade oberhalb der Schlucht entlang, immer wieder hat man die Möglichkeit ganz nah an die Kante heranzukommen. Man kann vom Parkplatz aus auch in die Schlucht hineinlaufen, muss aber stellenweise durchs Wasser.

Der Hochlandbus Richtung Laki stoppt hier auch für ca. 25 Minuten, so dass man die Schlucht ein bisschen erkunden kann.


Bild: Laki Krater Lakagigar Island
Für diesen Blick muss man auf den Berg Laki

Laki-Krater

Die Laki Krater erreicht man nur mit einem Allrad-Fahrzeug oder mit dem Hochland-Bus, da mehrere Flüsse gefurtet werden müssen.

Der Bus fährt von 20.Juni bis 7.September tägliche von Skaftafell über Kirkjubæjarklaustur zu den Laki-Kratern. Anfahrt in Kirkjubæjarklaustur ist um 9.00 Uhr von der N1 Tankstelle direkt am Kreisel (man kann sein Auto an der Tankstelle parken), Tickets kann man im Bus kaufen und auch mit Karte zahlen.

Auf dem Weg zu den Krater hält der Bus zunächst an der Schlucht Fjaðrágljúfur (ca. 25 Minuten) und fährt dann weiter zum Fjalafoss, was soviel bedeutete wie „schöner Wasserfall“. Hier läuft man ca. 2 Minuten zu einer kleinen Aussichtsplattform gegenüber dem Wasserfall. Es gibt ein kleines Toilettenhäuschen bevor der Bus weiter nach Laki fährt. Ankunft dort ist ca. um 12.30 Uhr. Der Parkplatz (mit Toiletten und kleinem Infocenter) ist am Fuße der Berges Laki. Hier erklären Ranger allen ankommenden an einer Karte die verschiedenen Wanderwege, z.B. kann man auf den Laki steigen, von dort hat man eine herrliche Aussicht auf die insgesamt ca. 25 Km lange Kraterreihe zu beiden Seiten des Bergs und den Gletscher Vatnajökull. Man läuft ca. 1 Stunde über einen Rundweg zuerst den Grat hinauf und von oben über steilere Stufen zurück nach unten. Anschließend hat man noch die Möglichkeit durch einen kleinen Krater zu wandern, links und rechts von einem wölbt sich die erkaltete Lava nach oben (ca. 20 Minuten Rundweg).

Es gibt auch noch einen Weg um den Laki herum (3-4 Stunden), aber dafür hat die Zeit leider nicht mehr gereicht, ebenso wie für die Lavahöhle die sich in unmittelbarer Nähe befindet (einfach die Ranger fragen wo genau sie ist). Nach ca. 1 Stunde und 40 Minuten fährt der Bus weiter zum nächsten Ziel, einem mit Grundwasser gefüllten Krater. Von hier aus hat man die Möglichkeit eine ca. einstündige wunderschöne Wanderung durch ein Lavafeld zu einem weiteren Krater zu laufen, der Bus holt einen dort wieder ab (muss man aber nicht machen, man kann auch ca. 20 Minuten am Kratersee verbringen und dann weiterfahren). Anschließen geht es zurück nach Kirkjubæjarklaustur, wo man ca. um 18.30 Uhr ankommt. Hin und Zurück habe ich 12.000 ISK ab Kirkjubæjarklaustur (ca. 78€) bezahlt.

Das ist zwar nicht billig, aber mir was es das wirklich wert. Man gewinnt einen tollen Eindruck über die Laki-Erruption von 1783/84, eine der verheerendsten Katastrophen in der Geschichte der Insel, an deren Folgen ca. 80% der Schafe, 50 % der Rinder und Pferde und ein Viertel der Gesamtbevölkerung starben. Das Lavafeld Eldhraundas man von Kirkjubæjarklaustur in Richtung Reykjavik durchquert entstand übrigens durch die Laki - Eruption und hat eine Fläche von 565 km².


Bild: Skaftafell Island
Blick vom Aussichtspunkt Sjonarnipa auf die Lagune des Skaftafell - Gletschers

Skaftafell

Der Skaftafell Park ist ein großer Nationalpark im Süden Islands an der Ringstraße der nach dem Skaftsfell Gletscher benannt ist. Es gibt ein großes Visitor Center (Öffnungszeiten Juni / Juli / August 8 - 21, September 9 - 19 Uhr) mit einer kleinen Ausstellungen über das Gebiet sowie Infos über den Park. An das Visitor Center angeschlossen ist ein wirklich großer Campingplatz (-> Unterkünfte & Camping). Am Parkplatz sind mehrere Stände von Tour - Veranstaltern die z.B. Wanderungen auf den Gletscher anbieten.

Es gibt hier wirklich seeeehr viele schöne Wanderwege, z.B. zum Svartifoss (4 km Rundweg, ca. 2 Stunden hin und zurück). Man kann die Wanderung zum Svartifoss mit vielen anderen Wanderungen kombinieren, z.B. zum Aussichtspunkt Sjónarnípa (6,5 km Rundweg, ca. 2 Stunden) mit Blick auf den Skaftafell Gletscher.

Auf der Homepage des Parks werden noch diverse andere wunderschöne Wege beschrieben z.B. die Wanderung auf den Gipfel Kristínartindar mit Blick auf zwei Gletscherzungen des Vatnajökull (16 km, 7 Stunden), oder zum Gletscher Morsárjökull (20 km Rundweg, ca. 6 Stunden), oder durch die schöne Wald – und Sumpflandschaft Bæjarstaðarskógur (15 km Rundweg, ca. 5 Stunden), ins das Tal Kjós (24 Km Rundweg, ca. 8 Stunden) oder zur Gletscherlagune des Skaftafell Gletschers, und und und...

doch leider hatte ich nicht für alle Wanderungen Zeit. Ich bin vom Campingplatz zum Svartifoss gelaufen, von dort aus über den Weg S6 weiter zum Aussichtspunkt Sjónarnípa und am Gletscherrand entlang zurück zum Ausgangspunkt. Wenn man die Wanderung in dieser Richtung lauft spart ihr euch den langen und anstrengenderen Aufstieg zum Sjónarnípa, der Weg vom Svartifoss dorthin ist ebener. Seht euch am besten die Homepage des Parks an (in meinen -> Links), die Wanderkarten die ihr dort findet könnt ihr euch runter landen (am besten aufs Handy), dann hab ihr sie immer dabei.


Bild: Fjallsarlon Gletscherlagune Island
Blick auf den Fjallsarlon mit seinen zerklüfteten Gletscherspalten

 

 

Fjallsárlón

Die kleine Gletscherlagune Fjallsárlón galt lange als Geheimtipp gegenüber der größeren Jökulsárlón-Lagune. Aber inzwischen sind auch hier schon viele Touristen, es werden sogar schon Schlauchboottouren zwischen den Eisbergen angeboten. Zu erreichen ist sie über eine kleine Schotterpiste, sie ist an der Ringstraße ausgeschildert. Vom Parkplatz (ohne WC) sind es nur ein paar Meter bergab bis zum Wasser. Obwohl oder gerade weil Fjallsárlón eine kleine Lagune ist kann man den nahen Gletscherrand mit seinen zerklüfteten Eisspalten und Abbrüchen sehr gut sehen. Meiner Meinung nach ist die Lagune auf jeden Fall einen Abstecher Wert.


Bild: Jökulsarlon Gletscherlagune Island

Gletscherlagune Jökulsárlón

Jökulsárlón ist eine große Gletscherlagune mit unzähligen Eisbergen im Süden Islands direkt an der Ringstraße. Es gibt einen großen Parkplatz mit Toiletten und Cafe (freies WiFi!).

Es werden Touren mit dem Schlauchboot oder mit einem Amphibienfahrzeugen durch die Lagune angeboten, von Juni bis August tägl. von 9 - 19 Uhr, sonst April & Mai und September & Oktober 10 - 17 Uhr. Die Touren mit dem Amphibienfahrzeug dauern 30 - 40 Minuten, sind mit englischsprachigem Guide und kosten 4000 ISK pro Person (-> ca. 25 €), die Schlauchboottouren kosten 6500 Isk pro Person (-> ca. 42 €), und dauern ca. 1 Stunde. Man kommt so nah an den Gletscher wie möglich und weit in die Lagune und an die Eisberge heran. Ich hab die Tour mit dem Amphibienfahrzeug gemacht und kann sie nur empfehlen, man hat tolle Sicht auf riesige blaue Eisberge und kann diese auch „kosten“, ein Guide angelt ein Stück Gletschereis aus dem Wasser und verteilt ein kleines Stück an alle.

Von der Lagune aus gelangen die Eisberge über einen kleinen Ausgang ins offene Meer und werden dort teilweise wieder an den schwarzen Strand gespült, was tolle Motive zum Fotografieren abgibt. Das Licht ist hier am besten Abends, z.B. zum Sonnenuntergang, oder früh morgens nach Sonnenaufgang. Leider gibt es hier keinen Campingplatz, aber mit Campingvans ist es erlaubt auf dem Parkplatz zu übernachten.

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