Reisebericht Island - Der Westen & die Snæfellsnes Halbinsel

Hraunfossar - Deildartunguhver Hot Spring - Budir - Snæfellsnes Halbinsel - Arnarstapi & Hellnar - die Strände von Djúpalónssandur & Dritvík  - Kirkjufellfoss - Stykkishólmur - Patreksfjörður - Vogelklippe Látrabjarg - Hólmavík

Auch hier an der Westküste finden sich zahlreiche Sehenswürdigkeiten. Gerade auf der Snæfellsnes-Halbinsel kann man ein paar Tage verbringen, wenn es nicht gerade so schüttet wie bei mir. Hier gibt es z.B. die schwarzen Strände von Djúpalónssandur und Dritvík, eine schöne Wanderung an der Küste zwischen Arnarstapi und Hellnar, den Kirkjufellfoss und vieles mehr. Die Halbinsel ist nur ca. 2 Stunden mit dem Auto von Reykjavik entfernt, da lohnt sich auf jeden Fall ein Abstecher, auch wenn man nicht so lange auf der Insel ist. Aber auch die abgelegeneren Westfjorde sind schön und sehenswert. Allerdings sollte man hier genügend Zeit mitbringen, da die meisten Straßen dort nicht asphaltiert sind und man die ganze Zeit Fjord rein Fjord raus fährt. Ich selbst war hier nur bei der Vogelklippe von Látrabjarg.

Bild: Hraunfossar Island
Man fragt sich wo das Wasser des Hraunfossar herkommt

Hraunfossar

Der Hraunfossar besteht aus vielen kleinen Wasserfällen und Kaskaden die sich auf einer Länge von ca. 700 m in den Fluss Hvítá ergießen. Er wird durch einen Seitenarm dieses Flusses gebildet, der ein paar Kilometer entfernt in dem Lavafeld Hallmundarhraun versickert und hier wieder an die Oberfläche kommt.

Von der Ringstraße aus erreicht man den Hraunfossar über die 50 Richtung Reykholt oder Húsafellund biegt dann auf die 518 ab. Ca. 10 Kilometer hinter Reykholt gelegen führt ein beschilderter Abzweig zum Parkplatz des Hraunfossar. Dort gibt es einen kleinen Kiosk mit Cafe, Imbiss und Toiletten (100 ISK). Durch kurze Fußwege und Holzstege hat man verschiedene Ausblicke auf die Wasserfälle. Ein Stück Flussaufwärts befindet sich der Barnafoss, der Fluss windet sich hier durch enge Stromschnellen. Auf Infotafeln werden die kurzen Wege erklärt.


Bild: Deildartunguhver Island
Der heiße Wasserdanpf der Deildartunguhver nimmt einem die Sicht

 

Deildartunguhver

Die Deildartunguhver ist die wasserreichste heiße Quelle Europas. Ca. 180 Liter kochend heißes Wasser kommen hier pro Sekunde aus dem Boden! Die Quelle liegt an der Straße Nummer 50 bei Reykholt auf dem Weg zum Hraunfossar. Bei jeder Rauchfahne die ich an der Straße gesehen hab dachte ich mir „Oh, da vorn ist sie!“, aber es raucht hier einfach überall aus dem Boden also folgt einfach der Ausschilderung. Am Parkplatz der Deildartunguhver kann man frische isländische Geothermal-Gewächshaus-Tomaten kaufen, 200 ISK für einen großen Beutel. Toiletten gibt es hier nicht. Der Teil der Quelle den man besichtigen kann ist mit einem Holzzaun eingefasst. Dahinter sprudelt und kocht das heiße Wasser bis zu einem Meter Höhe aus dem Boden. Ein Großteil des davon wird mit Pipelines aus dem Boden geholt um damit bis zu 60 Km entfernte Höfe und Dörfer zu versorgen (z.B. auch Akranes und Borganes).


Bild: Budir Island

 

Budir

Budir ist ein kleines Dörfchen an der Südküste der Snæfellsnes Halbinsel, dass wohl vor allem durch seine idyllisch gelegene alte Holzkirche bekannt ist. Wobei, „Dörfchen“ ist doch ziemlich übertrieben, eigentlich gibt es hier nur die Kirche und ein Hotel.

In der Nähe der Kirche kann man den alten Lavastrom Búðahraunüber kleine Wege erkunden, es gibt ein paar schöne Lavaformationen, z.B. den Schlackenkrater Búðaklettur, den man über den Wanderweg Klettsgataerreichen kann (beginnt hinter der Kirche). Nordöstlich des Kraters befindet sich die 400 m lange Höhle Búðahellir.

Leider konnte ich mir hier von den Wegen und dem Lavafeld kein eigenes Bild machen. Es hat so geschüttet dass ich nur schnell aus dem Auto herraus ein Foto von der Kirche gemacht hab...


Bild: Arnarstapi Island

Arnarstapi & Hellnar

Arnarstapi und Hellnar sind zwei kleine Dörfchen an der Südküste der Snæfellsnes Halbinsel, die durch einen schönen Wanderweg miteinander verbunden sind. Man läuft entlang der Steilküste, die durch ihre bizarren Felsformationen bekannt ist. Dabei durchquert man ein altes Lavafeld und läuft vorbei an Höhlen, Basaltsäulen, einem Felsentor und zwei Brandungslöchern durch die das Meerwasser von der unterspülten Küste nach oben schießt. In der Nacht bevor ich hier war hat es glaub ich etwas gestürmt, auf der wirklich hohen Steilküste lagen überall zerbrochene Muschelschalen und Algen die wohl von den hohen Wellen angespült wurden!

Einfach braucht man für die 3 Km ca. 60 Minuten. Man sollte aber auch genug Zeit einplanen um in Hellnar das Cafe Fjöruhusid zu besuchen. Das Cafe ist bekannt für eine legendäre Fischsuppe mit hausgebackenem Brot und seine Kuchen. Es liegt direkt an der Küste wo der Wanderweg beginnt bzw. endet, ein Parkplatz liegt etwas oberhalb. Ob man jetzt von Hellnar aus startet oder umgekehrt ist eigentlich egal, da man ja den gleichen Weg hin und zurück läuft. Da es bei mir geregnet hat bin ich zuerst in Hellnar ins Cafe Fjöruhusid um abzuwarten ob das Wetter vielleicht etwas besser wird. Hat mehr oder weniger geklappt.

Zu Arnarstapi selbst ist ein kleines Fischerdörfchen mit einem schönen Hafen von dem aus man einen tollen Blick auf die Berge hat. Es gibt hier auch einen Campingplatz.


Bild: Djúpalónssandur Island
Meterhohe Wellen haben hier schon einige Besucher ins Meer gerissen

Djúpalónssandur & Dritvík

Die Strände von Djúpalónssandur und Dritvík erreicht man über die Straße 574, ca. 13 km westlich von Arnarstapi. Eine Stichstraße führt zum Parkplatz. Hier gibt es Toiletten und mehrere Infotafeln zur Geschichte der Strände und den vielen Wanderwegen.

Der Strand Djúpalónssandur liegt direkt unterhalb des Parkplatzes, hier befinden sich noch die Überreste des 1948 gestrandeten britischen Trawlers Epine GY7. Am Strand kann man testen ob man stark genug ist um als Fischer zu arbeiten. Neben einer Metalltafel liegen vier verschieden große und schwere Steine. Nur wer die beiden größten Steine (100 kg und 154 kg) heben kann ist stark genug. Den kleinen See den man hinter der Bucht sieht diente für die Fischer früher als Trinkwasserspeicher, wobei man nur das Wasser von der Oberfläche nutzen konnte, dass tiefere war zu salzig. Von Djúpalónssandurführt ein ca. 1,5 Km langer Weg durch ein altes Lavafeld weiter zum Strand von Dritvík.

An beiden Stränden wurde von 16. bis zum 19. Jahrhundert Fischfang betrieben. Bis zu 60 Boote führen hier zur See. Überreste der Steinhütten lassen sich heute noch finden.

Das Meer hier ist wirklich sehr stürmisch und unberechenbar, die Wellen sind echt riesengroß. Schon am Parkplatz wird davor gewarnt nicht zu nah ans Wasser zu gehen, es ist wohl schon öfters vorgekommen dass Menschen von einer Welle erfasst und ins Meer gespült wurden. Ich war hier leider bei Regen, Wind und Nebel, weshalb mein Aufenthalt etwas kürzer aufgefallen ist als geplant, aber den Riesenwellen hätte ich noch ewig zuschauen können.


Bild: Kirkjufellfoss Island

 

 Kirkjufellsfoss

Der Kirkjufellfoss ist mit Sicherheit einer der meist fotografierten Wasserfälle in Island. Wobei hier eigentlich gar nicht unbedingt der Wasserfall im Vordergrund steht, sondern eher der Berg Kirkjufell, der von hier aussieht wie ein spitz zulaufender Hexenhut.

Fährt man an der Nordküste der Snæfellsnes Richtung Westen auf der 54 erreicht man ihn kurz hinter dem Ort Grundarfjörður. Ca. 2 Km nach dem Ortsausgang erreicht man links an der Straße den kleinen Parkplatz des Kirkjufellfoss. Von hier aus führt ein kleiner Weg zum Wasserfall. Über eine kleine Brücke über den Fluss erreicht man auch die andere Seite von der aus man den tollen Blick auf den Berg hat. Hier lohnt es sich ein bisschen herumzuwandern und den Berg aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Man kann z.B. auch ein Stück zum Meer runterlaufen. Am Wasserfall selbst sieht man, dass hier viele Leute herkommen, es haben sich schon Trampelpfade am Ufer entlang gebildet. Ich hatte aber meine Ruhe als ich hier war.


Bild: Stykkishólmur Island
Der Hafen von Stykkishólmur, ein Weg führt hoch zum Leuchtturm

Stykkishólmur

Stykkishólmur ist ein sehr malerisches kleines Dörfchen an der Nordküste der Snæfellsnes Halbinsel. Von hier aus geht die Fähre über Flatey nach Brjánslækur, mit der ich hier angekommen bin (Infos zu der Fähre findet ihr hier -> Allgeimeine Infos). Es gibt viele kleine und gute Restaurants, einen Campingplatz, Supermärkte und alles was man so braucht. Am Hafen führt ein Weg auf den Felsen mir dem kleinen Leuchtturm, von hier aus kann man super Fotos vom Hafen machen!

Das Vulkanmuseum ELDFJALLASAFN ist auch sehr interessant. Ein isländischer Vulkanologe hat weltweit Kunst und Artefakte rund um große Vulkanausbrüche gesammelt und hier damit ein Museum gegründet (hier hängt der einzige Andy Warhole Islands!). Ich war morgens die einzige Besucherin und habe von einem wirklich sehr netten Mitarbeiter eine kleine Privatführung bekommen. Der Eintritt kostet 800 ISK pro Person, Öffnungszeiten sind von Mai bis September tägl. 11 – 17 Uhr. Montags und Dienstags veranstaltet das Museum auch geologische Exkursionen zu den Vulkanen der Snæfellsnes Halbinsel. Für die die es interessiert: die Szene mit dem Helikopter aus „Das erstaunliche Leben des Walter Mitty“ wurde hier am Hafen gedreht!


Bild: Patreksfjördur Island

 Patreksfjörður

Patreksfjörður ist ein kleines verschlafenes Dörfchen in den Westfjorden bei Látrabjarg. Am Campingplatz Breiðavík hab ich zwei Engländer getroffen die mir den Fjord mit Dörfchen empfohlen haben (amazing!), also wollte ich am nächsten Tag gleich hin. Landschaftlich ist es hier zwar sehr schön, aber das Dörfchen gibt nicht viel her, es gibt einen Supermarkt, Campingplatz, Schwimmbad und ein Tour-Büro mit Info in dem man einen kleinen Stadtplan von Patreksfjörður bekommt. Hier kann man auch Tickets für die Fähre zwischen Brjánslækur und Stykkishólmur kaufen (mehr Infos zu der Fähre findet ihr bei meinen

-> Allgemeinen Infos). Das einzige war mich auf dem Stadtplan interessiert hätte, wäre das Fischerei-Museum (Nummer 9 auf dem Stadtplan) gewesen, aber das gab es leider nicht mehr, oder war zumindest nicht da wo es auf der Karte eingezeichnet war.

Bild: Stadtplan Patreksfjörður
Stadtplan mit den Sehenswürdigkeiten in Patreksfjörður

Bild: Latrabjarg Vogelklippe Island
Im Sommer nisten hier Millionen von Seevögeln in Látrabjarg

Látrabjarg

Die Klippe von Látrabjarg ist mit 14 Kilometer die längste Steilklippe Islands und mit bis zu 450 Meter Höhe eine der höchsten Steilklippen der Welt. Zudem befindet sich hier der westlichste Punkt Europas.

Im Sommer nisten an den Klippen Millionen von Seevögeln, z.B. Papageitaucher, Lummen und diverse Arten von Seemöwen. Somit ist Látrabjarg einer der größten Vogelfelsen der Welt, und das riecht man auch Kilometer gegen den Wind.

Um hierher zu kommen fährt man kurz vor Patreksfjörðurvon der 62 links auf die 612. Nach

ca. 2 – 3 Km endet die Teerstraße, die restlichen 40 Km von hier sind Schotterpiste, aber mit einen normalen PKW machbar. Ich selbst bin hier bei größtem Regen und Wind entlang gefahren, auf der einen Seite eine steile Felswand nach oben, auf der anderen Seite eine steile Klippe nach unten. War aber kein Problem, bis auf ein paar Schlaglöcher ist die Straße wirklich in Ordnung, Tankstellen gibt es hier aber keine einzige! Also besser vorher Tanken. Kurz nach dem Abzweig auf die 612 liegt auf diesem Weg übrigens ein großes Schiffswrack am Strand!

 

In Látrabjarg angekommen steht man dann ganz am Ende der Straße am Leuchtturm Bjargtanga. Es gibt einen Parkplatz mit Picknick–Tischen und ein paar Infotafeln (die aber hauptsächlich mitteilen wann hier welcher Tourist zuletzt abgestürzt ist). Hier ist auch der Ausgangspunkt für die Wanderung entlang der Klippe. Über ausgetretenen Graspfade kann man laufen soweit man möchte (insgesamt ja 14 Km einfach), ich bin ca. 1 Stunde zu einem höheren Aussichtspunkt gelaufen, von dem man einen schönen Blick auf beide Seiten der Küste hat. Wenn man einen Blick über den Rand der Klippe nach unter werfen möchte sollte man sich am besten flach auf den Bauch legen, da der Rand der Klippe wirklich sehr brüchig und porös ist und immer mal wieder ein Teil wegbricht, inklusive übereifrigem Fotograf.

Wenn man im Sommer zum Vögel beobachten hierher kommt ist der Abend die beste Tageszeit, da die Vögel dann von ihrer Nahrungssuche auf dem offenen Meer zurück zur Küste kommen. Ich hatte mich richtig gefreut hier ein paar Puffins zu fotografieren, aber Anfang September war leider viel zu spät, die Puffins verlassen Látrabjarg ca. Mitte August zum Ende der Brutzeit. Die einzigen Vögel die ich hier gefunden hab sind die drei einsamen Möwen die ihr in meinen Fotos seht.

Eine Toilette such man hier am Leuchtturm vergebens, früher war hier wohl mal eine die aber abgeschlossen wurde. Damit soll verhindert werden das hier gecampt wird, da wegen dem starken Wind schon öfters ganze Zelte über die Klippe geweht wurden. Ungefähr 2 Km vor dem Leuchtturm gibt es direkt am Meer aber einen kleinen kostenlosen Campingplatz mit Waschbecken und Toiletten (nur kaltes Wasser und kein Licht), inmitten von den Ruinen eines alten Fischerdorfes. Wem es hier zu kalt, windig oder abgeschieden ist kann ich Breiðavík empfehlen (ca. 11 Km vom Leuchtturm entfernt). Dort gibt es an einem wunderschönen Sandstrand gelegen einen Campingplatz mit Hotel. Die Campinggäste dürfen eine Küche mit Aufenthaltsraum im Hotelgebäude benutzten und können sich Abends an der Hotelbar wärmen (wirklich sehr zu empfehlen, gratis Tee und WiFi!). Mehr über Breiðavík findet ihr in hier -> Ünterkünfte & Camping.


Hólmavík

Hólmavík ist ein kleines Dörfchen an der Ostseite der Westfjorde. Es gibt einen Campingplatz beim Schwimmbad und Wanderwege, z.B. um den Kálfanesborgir, den Hausberg Hólmavík`s (startet hinter dem Campingplatz). Ich bin von der Ringstraße aus über die 68 hierhergefahren, die Straße ist teilweise unbefestigt, was aber kein Problem ist, man kommt schneller voran als man denkt, Tankstellen gibt es auf der Strecke aber nicht.

Bekannt ist Hólmavík für das Hexen - und Magie Museum (Sorcery & Witchcraft Museum). Es ist im selben Gebäude wie die Touristen-Info und hat tägl. von 9 - 18 Uhr geöffnet, der Eintritt kostet 900 ISK. An der Kasse bekommt man ein kleines Heftchen mit Erklärungen zu den Exponaten in verschiedenen Sprachen. Ich fand das Museum wirklich faszinierend, eine dunkle Seite Islands an die man im ersten Moment vor lauter Landschaft und Puffins gar nicht denkt, aber das Mittelalter gab es ja auch hier. Das Cafe / Restaurant im Museum ist übrigens bekannt für seine Muschelgerichte!

In der Umgebung von Hólmavík gibt es noch einige Schauplätze und Außenexponate des Museums, z.B. die "original" eingerichtete Hütte des Hexers Kotbýli Kuklarans an der Straße 643 nach Norden, nahe dem Hotel Laugarhóllin Kluka, ca. 25 Km nördlich von Hólmavík.

Die Touristen-Info neben dem Museum ist von 10.Juni - 31. August tägl. 8 - 17 Uhr geöffnet, es gibt in der Info noch einen Andenkenladen mit Postkarten, Straßenkarten, Briefmarken und Internet.


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