Reisebericht Island - Landmannalaugar

Ich hab lange überlegt ob ich bei meiner Island-Reise noch einen Abstecher nach Landmannalaugar einplanen soll. Der Bus dorthin ist recht teuer und ein Schlafplatz in der Hütte kosten auch knapp 40 € pro Person die Nacht. Und ich dachte mir bei der Planung „hmm, ich hab schon so viel auf meiner Liste was ich alles sehen will, musst ich wirklich noch dahin?“. Aber Gott sei Dank hab ich`s gemacht! Diese Fleckchen Erde ist eines der schönsten die ich je gesehen habe! Mit den bunten Bergen, dem riesigen Lavafeld aus schwarzem Obsidian und natürlich der heißen Quelle in der man sich nach einer anstrengenden Wanderung ausstrecken kann, sollte Landmannalaugar UNBEDINGT auf jedem Reiseplan stehen.

Bild: Landmannalaugar

Da ich ja kein Allradfahrzeug hatte hab ich das Auto in Selfoss am Campingplatz stehenlassen und bin von hier aus (N1 Tankstelle) mit dem Hochlandbus nach Landmannalaugar, gezahlt hab ich 16.000 ISK (ca. 100 €) hin und zurück. In Hella macht der Bus übrigens nochmal 10 Minuten Pause an einem kleinen Einkaufszentrum. Man kann nochmal schnell in den Supermarkt oder auf Toilette, danach fährt der Bus ohne Stopp durch. Auf der Fahrt kommt man sehr nah an dem aktiven Vulkan Hekla vorbei und durchquert das Gebiet wo 2011 Teile des Films Prometheus gedreht wurden. Auch hier erhält man wären der Fahrt wieder tolle Infos über die Gegend. Der Hekla hat z.B. vom ersten Erdbeben bis zum Ausbruch eine Vorwarnzeit von nur ca. 20 Minuten! Da muss man dann schnell sein...

 

Den Hüttenschlafplatz in Landmannalaugar hab ich schon zwei Monate vorher reserviert, und da war es schon knapp mit den Terminen, also auf jeden Fall rechtzeitig dran denken! Buchen kann man indem man dem isländischen Wanderverein einfach eine Mail schreibt (fi@fi.is), mit der Anzahl der Nächte, Personen usw. Wenn man mit Kreditkarte gezahlt hat bekommt man per Mail einen Buchungs-Voucher zugeschickt, den man dann beim einchecken an der Rezeption vorzeigt. Man bekommt dann einen Schlafraum zugewiesen in dem man sich dann seinen Platz selber aussuchen kann (unbedingt Oropax mitnehmen!). Toiletten und Duschen sind nicht in der Hütte sondern in einem extra Gebäude das man sich mit dem Campingplatz teilt. Duschen kostet 500 ISK für 5 Minuten, Münzen kann man an der Rezeption wechseln. Die Hütte hat eine große und gut ausgestattete Küche, Geschirr, Töpfe etc. kann man alles benutzen. Schlafsack, Handtücher etc. muss natürlich selber mitgenommen werden. Genauso wie Essen und alles was man so braucht für den Aufenthalt. Es gibt zwar einen kleinen „Supermarkt“ in einem alten Bus neben dem Campingplatz, aber der hat halt nur ein kleines Angebot (u.a. aber frische Sandwiches, Kaffee, Tee und Kuchen).

Für alle Camper mit Zelt kann ich nur sagen das der Platz recht steinig ist, er ist absichtlich nicht begrünt, da man sonst wohl ständig Schafe im Zelt hätte. Es gibt einen überdachten aber offenen Koch – und Essbereich.

 

Ganz nette Wanderwege gibt es hier natürlich auch ein paar, am besten man besorgt sich schon zu Hause einen Wanderführer (ich kann den Rother Wanderführer Island sehr empfehlen), kleine Karten kann man sich aber auch an der Rezeption kaufen.

Viele Leute die hier ankommen laufen natürlich den 54 Km langen Laugavegur nach Þórsmörk, der hier in Landmannalaugar beginnt.

Ich selbst hab hier zwei Wanderungen gemacht. Einmal auf den Bláhnúkur (den blauen Berg) und anschließen noch nebenan auf den Brennisteinsalda (bunter „brennender“ Berg). Am nächsten Tag bin ich durch das Lavafeld bis ganz nach hinten zu einem kleinen Wasserfall und anschließen auf dem Gipfel des Suðurnámur und über den Grat zurück.

Auf den Bláhnúkur geht man ca. 60 Minuten (nur Aufstieg) und genießt von oben erst mal den absolut umwerfenden Ausblick auf die roten Berge und die umgebenden Täler. Anfang September sieht man von hier auch noch einige Schneefelder vom letzten Winter. Man folgt anschließen dem anderen Weg hinunter zum Lavafeld und anschließen den weißen Pflöcken direkt auf die rauchenden Solfaten zu. Von dort führen grüne Pfosten auf den Gipfel des Brennisteinsalda. Der Abstieg erfolgt wieder auf der anderen Seite als der Aufstieg, teilweise ist es recht steil und rutschig. Unten folgt man dann den weißen und weiß-roten Pflöcken durch das Lavafeld zurück zum Camp. Insgesamt brauch man für diese Runde ca. 3 Stunden.

Die andere Wanderung durch das Lavafeld und auf den Suðurnámur dauert ca. 3 ½ Stunden. Man folgt zuerst den weiß-roten Pflöcken durch das Lavafeld und anschließen den weißen Richtung Wasserfall. Dort geht der Weg rechts den Kamm hoch bis zu einer Kreuzung. Man folgt nun den roten Markierungen Richtung Suðurnámur. Anschließend läuft man immer am Kamm entlang bis der Weg an der Straße vor dem Camp endet. Ein kurzes Stück läuft man noch an der Straße entlang zurück und kann dabei einigen Autos oder Bussen beim Durchqueren der letzten tiefen Fuhrt zusehen.

Im Sommer kann man in Landmannalaugar auch Ausritte auf Island-Pferden machen, aber leider waren die schön wieder weg als ich am 5.September da war.

Hier noch eine Info zu den Busrouten nach Landmannalaugar:

- Skaftafell - Kirkjubæjarklaustur - Eldgjá - Landmannalaugar

-> vom 20.Juni bis 8.September täglich um 8.00 Uhr ab Skaftafell, um 9.00 Uhr in Kirkjubæjarklaustur. Ankunft 13.00 Uhr in Landmannalaugar.

- Reykjavik - Hveragerði - Selfoss - Hella - Lanmannalaugar

-> vom 13.Juni bis 14.September täglich um 8.00 Uhr ab Reykjavik, Ankunft 12.10 Uhr in Landmannalaugar.

- eine dritte Route fährt von Mývatn übers Hochland nach Landmannalaugar.

Die Abfahrt von Landmannalaugar ist täglich um 15.30 Uhr auf allen Routen.

Alle Infos zu den Fahrplänen findet ihr aber auch unter www.re.is/iceland-on-your-own, da könnt ihr euch den aktuellen Fahrplan runterladen, mit allen Haltestellen, Abfahrtszeiten etc. (oder hier bei -> Allgemeine Infos). Die Broschüren mit dem Plan bekommt man aber auch an jeder Touristeninformation.

An vielen Campingplätzen im Süden sieht man übrigens auch Aushänge mit der Aufschrift „Wer fährt nach Landmannalaugar und kann noch zwei Personen mitnehmen? Bitte Anrufen unter ...“ Ist eine günstige Alternative und falls es doch nicht klappt kann man ja immer noch den Bus nehmen.

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