Reisebericht Island - Rund um den Myvatn

Myvatn See - Námaskarð Hochtemperaturgebiet - Mývatn Nature Bath - Grjótagjá Höhle - Dimmuborgir Lavafeld - Vindbelgjarfjall

Das Gebiet rund um den Mývatn–See ist vulkanisch sehr aktiv, da hier die Grenze zwischen der Eurasischen und der Amerikanischen Kontinentalplatte verläuft, die diagonal über ganz Island reicht. Rund um den See und im See sieht man unzählige Krater, Hochtemperaturgebiete wie die Krafla–Felder oder Námaskarð sind nicht weit weg.Seinen Namen, der übersetzt „Mückensee“ bedeutet, verdankt er den riesengroßen Mückenschwärmen die im Sommer den See bevölkern. Ende August hab ich davon nicht mehr soo viel mitbekommen, es sind ja auch keine Stechmücken, nerven können sie aber trotzdem.Hauptorte am See sind Reykjahlíð und Skútustaðir, hier gibt es Einkaufsmöglichkeiten, Cafes, Restaurants, eine Tankstelle und Campingplätze. In Reykjahlíð gibt es auch eine Info mit Kartenmaterial.Ein schöner Wanderweg am See entlang gibt es z.B. bei Höfdi, wenn man die 848 östlich am See entlang fährt. Ein Schild an der Straße weist auf den Parkplatz (mit Toiletten). Man fährt ca. 8 Minuten von Reykjalid aus und kann von hier einen kleinen Rundweg mit tollen Ausblicken auf den See laufen.

Bild: Karte Myvatn Region Island
In ca. einer halben Stunden fährt man einmal um den See (ohne Stopp)
Bild: Namaskard Hochtemperaturgebiet
Auf der Plattform findet man Infotafel die die Entstehung dieses Gebiets erklären

 

Námaskarð

Námaskarð ist ein typisch isländisches Hochtemperaturgebiet mit blubbernden Schlammtöpfen und dem Geruch nach faulen Eiern. Allerdings gibt es hier wirklich große und laut zischende, rauchende Fumarolen.

Es liegt direkt an der Ringstraße und ist ausgeschildert. Am Parkplatz gibt es einige Infotafeln bezügl. der geothermalen Aktivität. Das Licht zum Fotografieren ist am besten Nachmittags oder Abends wenn die Farben schön leuchten, aber nicht zu spät, weil sonst die Sonne hinter dem Berg verschwindet (wenn man denn Sonne hat...).

Der Gipfel Námafjall über dem Gebiet ist über einen kleinen Pfad erreichbar. Von hier oben hat man einen guten Blick auf die Mývatn - und Krafla-Region. Ein Rundweg durch die Fumarolen und auf den Gipfel dauert ca. 1 Stunde. Mit dem Auto ist Námaskarð ca. 5 Minuten von Reykjahlíð entfernt.


Bild: Myvatn Nature Bath
Da das Bad lange geöffnet hat kann man hier schöne Sonnenuntergänge erleben

Mývatn Nature Bath (Jarðböðin við Mývatn)

Das Mývatn Nature Bath ist ähnlich wie die Blaue Lagune ein Naturbad, dass durch das heiße mineralische Wasser eines Bohrlochs gespeist wird. Eröffnet wurde das Bad erst 2004. Es ist kleiner als die Blaue Lagune aber auch wesentlich ruhiger und nicht so überlaufen. Als ich ankam war der Parkplatz zwar voll, aber die Leute haben sich im Bad gut verlaufen, man ist sich nicht auf die Füße getreten.

Die Schuhe zieht muss man vor dem Betreten der Umkleiden ausziehen. In den Umkleiden gibt es Schließfächer wie in jedem Schwimmbad in denen man seine Sachen verstauen kann. In Island ist es üblich wirklich gründlich zu duschen bevor man in ein Bad geht. Lustige Hinweisschilder in den Duschen erklären einem anschaulich was man alles zu waschen hat ;)

Draußen gibt es ein großes Becken mit einem kleinen roten Häuschen in der Mitte. Unter dem Häuschen wird das wirklich ziemlich heiße Wasser ins Becken geleitet. Hier kann man gut beobachten wie die meisten Leute versuchen schnell an dem brühend heißen Wasser vorbei zukommen, an den Rand des Beckens wo es angenehmer ist. Neben dem großen Becken gibt es noch zwei kleinere mit noch heißerem Wasser, sowie zwei Dampfsaunen. Verpflegung bekommt man natürlich auch, Massagen können am Eingang dazu gebucht werden und finden zugedeckt auf einer Luftmatratze im großen Becken statt. Wenn man Abends hierher kommt kann man vom Pool aus einen wunderbaren Sonnenuntergang sehen.

 Viele Touristen nehmen ihre Kameras zum Fotos machen übrigens mit ins Bad und auch mit ins Wasser (man kann ja überall stehen). Ablegen kann man sie z.B. auf einem Handtuch auf einer der Platformen. Da stört sich niemand dran wenn ein bisschen fotografiert wird und da das Bad nicht wirklich groß ist hat man sie auch immer im Blick. Nur ins Wasser fallen sollte sie halt nicht, außer man hat eine GoPro...

Öffnungszeiten sind von 1.Juni - 31.August tägl. 9 - 24 Uhr, sonst tägl. von 12 - 22 Uhr. Der Eintritt kostet 3500 ISK und ist somit um einiges günstiger als die Blaue Lagune. Von der Ringstraße aus gut zu erreichen, ist ausgeschildert.


Bild: Grjótagjá Höhle Island
Durch das heiße Wasser ist es schön warm in der Grjótagjá

Grjótagjá

Die Grjótagjá-Höhle ist eine mit wunderbar klarem blauen Wasser gespeiste Höhle die unter einer Erdspalte liegt (ähnlich der in Þingvellir, nur kleiner). Es gibt zwei Einstiege die man vom Parkplatz aus gut sehen kann. Hinweisschilder warnen vor dem Baden im heißen Wasser, da es aufgrund herabstürzender Felsbrocken sehr gefährlich ist. Mit ca. 45° C ist das Wasser auch recht warm zum Baden. Beheizt wird der See von einem unterirdischen Lavastrom. Als von 1975 bis 1984 die sogenannten Krafla–Feuer in der Nähe der Höhle ausbrachen stiegt die Temperatur des Wasser sogar auf 60°C. Fährt man von Reykjahlíð aus auf der 1 Richtung Námaskarð kommt kurz nach dem Ort ein kleines Schild Richtung Grjótagjá.

Es empfiehlt sich wirklich früh da zu sein, da inzwischen auch ganze Reisebusse hierher gefahren werden. Als ich in der Höhle gerade mit Fotografieren fertig war verdunkelte eine ganze Busladung deutscher Senioren bereits den Eingang...

Zudem liegen die beiden Eingänge ja Richtung Osten, so dass früh morgens schöne Lichtstrahlen in die Höhle fallen. Es gibt eine Wanderung von Reykjahlíðzur Badehöhle, weiter zum Hverfjall-Krater und nach Dimmuborgir (ca. 3,5 Stunden einfach). Von Reykjahlíðzur Grjótagjá und zurück braucht man ca. 1,5 Stunden (Rundweg), der Weg führt an der Stóragjá vorbei, einer weiteren kleinen mit warmen Wasser gefüllten Höhle. Am besten ihr fragt in der Info in Reykjahlíð wo man losläuft.


Bild: Dimmuborgir Lavafeld
Auf dem Weg durch das Lavafeld kommt man an vielen kleinen Felsentoren vorbei

 

 Dimmuborgir

Östl. des Sees befindet sich das Lavafeld Dimmuborgir (jaja, wie die Metal-Band...). Es liegt gut zu erreichen an der 848, nur ein paar Minuten von Reykjahlíð entfernt. Gut markierte Wanderwege führen durch die Felsformationen, auf Karten die überall im Park stehen werden verschiedenfarbige Rundwege gezeigt. Ab dem Nordrand führt z.B. ein markierter Weg zum Hverfall–Krater, der Rundweg durch das Lavafeld, zum Krater und zurück dauert ca. 2,5 Stunden. Empfehlen kann ich den „gestrichelten“ Weg mitten durch das Lavafeld. Er ist ein bisschen unwegsamer als die anderen Wege, weshalb nicht so viele Leute hier lang laufen. Man kommt an mehreren kleinen Höhlen vorbei. Am Ende des gestrichelten Wegs geht man am besten noch ein Stück weiter zur sogenannten Kirkja (ist ausgeschildert). Das ist eine Steinformation die an das Innere einer Kirche erinnert. Am Parkplatz gibt es ein Infozentrum mit Restaurant, Cafe und Souveniershop. Die Toiletten kosten 200 ISK.


Bild: Vindbelglarfjall Island
Der "Windberg" macht seinem Namen alle Ehre, auf dem Gipfel kann es ganz schön windig sein.

 

 

Vindbelgjarfjall

Dieser Berg hat mich fertig gemacht. Eigentlich sind es nicht mal ganz 300 Höhenmeter bis zum Gipfel und eigentlich läuft man gerade mal 45 Minuten rauf, aber ich hatte wohl keinen so guten Tag und kam nach über einer Stunden völlig am Ende oben an (war mit fast 20° aber auch sehr heiß an dem Tag...). Die Aussicht war aber wirklich recht sehenswert, besonders die vielen kleinen und großen Krater kann man von hier oben natürlich gut sehen. Vor allem den riesigen Hverfall-Krater direkt gegenüber auf der anderen Seite des Sees.

Der Ausgangspunkt für diese Wanderung ist ein Parkplatz direkt an der Straße in der Nähe des Bauernhofs Vagnbrekka. Von hier folgt man dem mit gelben Pflöcken markierten Weg.

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