Reisebericht Island - Die Reykjanes Halbinsel

Die Blaue Lagune - Krýsuvík Hochtemperaturgebiet - Ruinen von Seltanger - Midlina / die Brücke zwischen den Kontinenten - Gunnuhver Hot springs - Kap von Garðskagi - Reitstall Ishestar

Nach der Abholung meines Campers wollte ich den restlichen halben Tag auf der Reykjanes verbringen. Also fuhr ich von Reykjavik aus die 41 Richtung Flughafen und kurz nach Hafnarfjörður auf die 42 um zum Hochtemperaturgebiet Krýsuvíkzu kommen. Kurz nach der Abzweigung sieht (und riecht) man übrigens ein paar traditionelle Trockenfisch-Holzgestelle am Straßenrand stehen! Die 42 ist eine Schotterstraße die aber für normale PKW befahrbar ist. Doch gerade das erste Stück ist recht steil, so dass man schon mal daran zweifelt was die Isländer einem normalen PKW so zutrauen. Aber alles kein Problem, landschaftlich ist die Straße wirklich schön. Die Reykjanes nennt man übrigens auch das Island in Kleinformat, weil es hier auf kleinem Raum alles gibt was die Insel so bietet... bis auf Gletscher und Wasserfälle... hmm... naja, trotzdem schön :)Sehenswert ist hier vor allem die Bláa Lónið (Blaue Lagune), das Krýsuvík und das Gunnuhver Hochtemperaturgebiet, die Ruinen von Selatangar, die Midlina (Brücke zwischen den Kontinenten), die Hvalsneskirkja und natürlich das Kap von Garðskagi mit seinen beiden Leuchttürmen.

Bild: Reykjanes Island Karte
Zur Orientierung hab ich euch eine Karte der Sehenswürdigkeiten gemacht. Und um euch ein Gefühl für die Distanzen zu geben -> für die Strecke von Reykjavik zum Flughafen in Keflavik braucht man ca. 40 Minuten.
Bild: Blaue Lagune Island
Durch mineralische Ablagerungen bekommt das Wasser in der blauen Lagune seine Farbe

Blaue Lagune (Bláa Lónið)

Die blaue Lagune ist ein Thermal-Freibad, dass durch Zufall entstanden ist.

Das nahegelegene Geothermal-Kraftwerk Svartsengi begann 1976 damit heißes Wasser aus der Tiefe zu fördern um damit Strom zu erzeugt. Anschließend wurde das immer noch warme Wasser ins das daneben liegende Lavafeld geleitet. Doch anstatt zu versickern bildete es den blauen See der heute die Bláa Lónið ist. Zuerst wurde der See nur von den Einheimischen zum Baden benutzt, doch bald erkannte man die Positiven Auswirkungen des Wassers auf diverse Hautkrankheiten und so wurde 1992 das Bad gegründet.

Es liegt an der 43 in der Nähe von Grindavík, man kann es nicht verfehlen, ist wirklich gut ausgeschildert! Der Eintritt kostet vom 1.Juni - 31.August umgerechnet ca. 40 €, das restliche Jahr ca.

35 €. Extras wie Bademantel, Schlappen und Handtücher können gegen Gebühr ausgeliehen werden. Man kann auch Massagen, Peelings, Masken, etc. dazu buchen.

Die Öffnungszeiten variieren je nach Jahreszeit, im Winter ist sie von 10 – 20 Uhr geöffnet, im Sommer länger, ja nach Monat von 9 – 21 oder 9 - 23 Uhr. Meistens ist es recht voll, da wirklich jeder Reisebus hier hält, deshalb finde ich es besser am Abend zu kommen, wenn die Busse wieder im Hotel sind. Abends hat man sowieso das schönste Licht, vor allem zum fotografieren. Eine günstigere aber nicht weniger schöne Alternative ist das Mývatn Nature Bath, zwar etwas kleiner aber bei weitem nicht so voll! (-> siehe Mývatn Region)

Der See der blauen Lagune erstreckt sich auch außerhalb des Bades, so kann man das herrlich blaue Wasser auch Bestaunen ohne Eintritt zahlen zu müssen, allerdings ist es hier nicht mehr warm... Ein kleiner Rundweg beginnt auf Höhe der Gepäckabgabe am Parkplatz. Man kann auch von Grindavík aus in ca. 1 ½ Stunden zur blauen Lagune wandern. Es gibt kein öffentl. WC am Parkplatz. Ich selbst habe die blaue Lagune nur von außen besucht, der Eintritt war mir einfach zu teuer und das Bad zu voll.


Bild: Krysuvik Seltun Island
In den Abendstunden leuchten die Farben in Krysuvik besonders schön

 

Krýsuvík

Krýsuvík ist ein schönes Geothermalgebiet an der 42, den aufsteigenden Rauch sieht man schon von weitem. Der Parkplatz ist direkt an der Straße, es gibt auch ein Toilettenhäuschen.

Hier findet man Schlammtöpfe, Fumarole und heiße Quellen die man über Holzstege erkunden kann. Infotafeln erklären die thermischen Aktivitäten. Gekennzeichnete Wanderwege führen auf den Berg hinter dem Gebiet und zu kleinen Seen nördlich des Hochtemperaturgebietes.

Lässt man den Blick ein bisschen schweifen sieht man nicht weit entfernt eine Bergflanke an der ebenfalls Rauchfahnen aufsteigen. Der Weg dorthin ist zwar nicht weit aber recht steil, es lohnt sich aber hinaufzusteigen, der Blick von dort oben über den See und die Berge ist super!

 


Bild: Seltanger Island
Überreste der alten Fischerhütten in Seltanger

Selatangar

In Selatangar findet man die Ruinen eines um 1880 verlassenen Fischerdorfs. Es befindet sich zwischen Grindavík und Krýsuvík an der 427, ein Schild an der Straße weist auf die Schotterpiste Richtung Küste. Die ist jedoch eher für Allradfahrzeuge gedacht, ich bin nach einem kurzen Stück mit dem Camper wieder umgekehrt da doch recht viele große Steine aus der Straße ragen und ich mir die Ölwanne nicht gleich am ersten Tag aufreißen wollte. Zu Fuß ist es ein gutes Stück zu laufen, ca. 3 Km hin und zurück durch ein schönes Lavafeld. Vorne angekommen befindet sich ein Parkplatz mit Infotafel, von hier geht dann ein kleiner Weg (Trampelpfad) durch die Lava zu den alten Häusern. Absperrungen gab es hier keine, man kann die Ruinen betreten.

Auf dem Rückweg zum Auto ist mir dann eine Gruppe Quad`s entgegengekommen, scheinbar werden hier Touren zu diesem Strand angeboten. Ist bestimmt schön, man spart sich die Lauferei... wäre was für nächstes Mal :)


Bild: Midlina Brücke zwischen den Kontinenten Island

 

 

Midlina / Brücke zwischen den Kontinenten

Die Midlina ist eine 18 Meter lange Brücke die sich über einem nicht allzu tiefen Graben befindet an dem man angeblich das Auseinanderdriften des amerikanischen und europäischen Kontinents live beobachten kann...

In Wirklichkeit liegt der eigentliche tektonische Riss der diagonal über die Insel verläuft aber ein paar Kilometer weit weg. Naja, vielleicht hat sich die Stelle halt angeboten... Viel mehr als die Brücke zu überqueren und ein bisschen rumzulaufen kann man hier nicht, aber da sie direkt an der 425 liegt kann man ja mal anhalten. Es gibt einen großen Parkplatz aber ohne Toiletten.


Bild: Gunnuhver Island
Dichter heißer Rauch versperrt die Sicht auf den größten Schlammtopf Islands

Gunnuhver Hot Springs

Die Gunnuhver Hot Springs sind ein weiteres Geothermalgebiet mit heißen Quellen, Fumarolen und Islands größtem Schlammtopf! Die Rauchfahnen und vor allem das laute Zischen des Kraftwerks nebenan bemerkt man wirklich schon von weitem!

Es liegt ca. 25 Minuten westlich von Grindavík an der 425, ein kleines Schild an der Straße weist auf eine kurze Schotterpiste bis zum Parkplatz (ohne Toiletten). Auch hier kann man alles über Holzstege erkunden. Aber als ich da war ging so starker Wind, dass der heiße und dichte Rauch so verweht wurde, dass man wirklich nichts mehr gesehen hat. Ich bin ein Stück auf dem Steg den ihr auf dem Foto seht in den Rauch hineingegangen, musste aber nach ein paar Schritten umkehren. Und so wirklich angenehm war es in dem heißen, stinkigen und klebrigen Rauch jetzt auch nicht... Hey, aber schön und beeindruckend wars trotzdem, ich steh ja auf so Naturgedöns... nur vom Schlammtopf und dem ganzen Geblubber hab ich natürlich nichts gesehen.

Man kann von hier aus übrigens noch zu einem nahen Leuchtturm an der Küste wandern, den sieht man schon vom Parkplatz aus.


Bild: Gardskagi Island
Viele Leute kommen nur für den Sonnenuntergang hierher

 

 

Garðskagi

Das Kap von Garðskagi findet man am äußersten oberen Ende der Reykjanes an der 45 hinter Garður. Hier gibt es zwei sehr schöne Leichttürme von denen man herrliche Sonnenuntergänge beobachten kann. Bei dem runden Leuchtturm gibt es ein Cafe und ein Heimatmuseum.

Hier befindet sich auch einen kostenloser Campingplatz in echt toller Lage direkt am Meer zwischen den beiden Leuchttürmen. Ich hab selbst eine wunderbar ruhige und idyllische Nacht hier verbracht, Mitte August war hier nicht mehr viel los. Mehr Info über den Campingplatz findet ihr hier

-> Unterkünfte & Camping

 


Ishestar Reitstall

Der Stall ist mit dem Auto ca. 20 Minuten von Reykjavik entfernt. Von der 41 bei Hafnarfjörður nimmt man die Ausfahrt Richtung Kaldárselsvegur und biegt dann rechts auf die Kaldárselsvegur. Die Straße fährt man dann ein Stück geradeaus bis zum Stall. Eine genaue Wegbeschreibung mit Karte findet ihr auf der Homepage des Reitstalls, er ist aber auch ganz gut ausgeschildert. Es wird aber auch ein Shuttle-Service angeboten, der einen vom Hotel abholt. und wieder hinbringt.

Man kann online über die Homepage verschiedene Ausritte buchen, je nachdem ob man Anfänger oder geübter Reiter ist. Ich hab erst zwei Tage vorher online die Lava-Tour gebucht, das geht zumindest in der Nebensaison recht spontan. Bei dieser Tour reitet man ca. 1,5 Stunden durch ein Lavafeld das direkt hinter dem Stall beginnt.

 

Die Ausritte starten immer zu einer gewissen Uhrzeit, da sollte man rechtzeitig vorher da sein, wird einem aber mitgeteilt wann.

In dem Gebäude mit dem Logo des Stalls befindet sich die Anmeldung, sowie ein kleines Cafe, ein Souvenier-Shop und Toiletten. Hier trifft sich die Gruppe und man bekommt vor dem Start ein kurzes Video gezeigt über die Grundkenntnisse des Reitens und wie man speziell mit einem isländischen Pferd umgeht (die werden etwas anders geritten als man es hierzulande lernt, die Hilfen sind ein bisschen unterschiedlich, aber im Prinzip ganz einfach). Anschließend geht es in einen Umkleideraum, es werden Reitkappen verteilt und man kann kostenlos Gummistiefel und Regenkleidung ausleihen. Die Wertsachen lässt man am besten im Auto oder an der Rezeption, man darf nur mitnehmen was in die Jackentaschen passt, keine Rucksäcke oder großen Kameras. Danach geht es raus zu den Pferden die schon gesattelt in den Paddocks stehen. Je nach Vorkenntnissen bekommt man sein Pferd zugeteilt, beim Aufsteigen bekommt man Hilfe von einem Mitarbeiter. Bei einer größeren Gruppe kann das schon mal etwas dauern bis jeder auf seinem Pferd sitzt (bei mir waren es ca. 30 Leute).

Hat man das geschafft geht es aber endlich raus in die Natur. Meine Gruppe wurde von vier Guides begleitet. Einer reitet voraus, einer ist das Schlusslicht und die anderen beiden reiten hin und her und schauen ob jeder klarkommt und helfen bei Problemen. So geht es erstmal im Schritt durch die schöne Landschaft, ab und zu geht es mal ein kurzes Stück im Trab. An einer Abzweigung wird man dann aufgeteilt in eine schnellere Gruppe für die besseren Reiter und eine langsamere für die Anfänger oder eher ängstlichen Reiter. Find ich ganz gut, so langweilt sich keiner.

Bei einem alten Schafpferch wird kurz Pause gemacht um zu kontrollieren ob alles ok ist und gegebenenfalls die Sattelgurte nachzuziehen. Von hieraus geht es dann wieder zurück Richtung Stall, aber nicht auf dem selben Weg sondern über einen Rundweg.

Mein Fazit ist hier echt positiv. Dei Reitstall Ishestar ist halt ein ziemlich großer Stall, der sich auf Touristen spezialisiert hat, das muss einem klar sein. In der Hauptsaison ist das hier glaub ich schon eine ziemliche Massenabfertigung, aber ich fand die Mitarbeiter trotzdem recht nett, trotz großer Gruppe wird versucht auf jeden Einzelnen einzugehen und jedem das richtige Pferd zu geben. Die Pferde selbst machen einen gepflegten und gelassenen Eindruck, die sind es ja gewohnt dass sie jeden Tag einen anderen Touri auf dem Rücken haben. Mein Pferd hat erstaunlich gut auf meine Hilfen reagiert, echt Klasse für ein Schulpferd das jeden Tag einen neuen Reiter hat. Während dem Ritt ist es zwar hauptsächlich den anderen Pferden nachgelaufen (die sind das halt so gewohnt und kennen ja auch den Weg auswendig), war aber immer aufmerksam.

Wer lieber in kleineren Gruppen reiten will sollte weiter auf Land raus fahren, weg von der Region um Reykjavik, hier in der Gegend ist halt alles recht touristisch. Ich fand die Tour aber trotzdem gut, war schön mal wieder zu reiten. In der Hauptsaison ist es bestimmt noch etwas voller und die Gruppen größer, aber der Stall ist echt gut organisiert und auf viele Leute eingestellt.

Den Link zu der Homepage findet ihr unter -> Allgemeine Infos & Links -> Touren & Ausflüge


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